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Fussball-Randale

Hannover: Haben die Ultras nun verspielt?

Die Randale im Regionalexpress war am Freitagabend nur ein Teil der Ultra-Eskalation. Nach dem Spiel beim FC Schalke 04 beschossen gewalttätige Fans Bundespolizisten mit Signalmunition und bewarfen sie mit Flaschen.

Hannover/Dortmund. Anschließend prügelten sie sich mit einer anderen Fangruppe. Etwa 200 96-Ultras randalierten am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Polizei leitete elf Verfahren, unter anderem wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, ein. Zwei Männer kamen in Gewahrsam.

Welche Konsequenzen hat die Randale der Ultras? „Die Bahn hat die Möglichkeit, Beförderungsverbote auszusprechen. Diese gelten etwa für ein Jahr, können aber auch verlängert werden“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen allerdings die Täter eindeutig ermittelt sein. Das ist nicht immer ganz einfach. Nicht alle Züge sind mit Videokameras ausgestattet. Auch in dem Regionalexpress, den die Fans demoliert haben, waren keine Kameras.

„Es muss etwas getan werden. Es reicht einfach nicht, immer nur zu reden. Dabei sind alle beteiligten Parteien gefragt“, stellt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover, klar. Man müsse künftig auch über Themen wie etwa personalisierte Eintrittskarten, die Verringerung der Stehplätze oder den Entzug von Dauerkarten für Auswärtsspiele nachdenken. Laut Ackert handelt es sich bei den Ultras meist um etwa 15- bis 25-jährige, männliche Fans. Die Altersstruktur ist kein Zufall. Das weiß auch Psychiater Doktor Stefan Mohr. „Diese Altersgruppe ist besonders gewaltbereit. Vor allem, wenn Alkohol im Spiel ist“, sagt der Experte. Laut Studien geschehen etwa 80 Prozent aller Gewalttaten unter Alkoholeinfluss. Die enthemmende Wirkung spielt auch bei Gewaltausbrüchen wie dem der Fußballfans eine Rolle. „Die Identifikation mit einem Verein hat bei einigen der Fans schon fast etwas Religiöses. Wenn die Mannschaft verloren hat, sind sie frustriert, sie sind wütend über die Demütigung. Einer fängt an - vielleicht nur mit einer Pöbelei -, ein anderer macht weiter. Es schaukelt sich hoch. Die Situation eskaliert.“


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