Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Haben die Ultras nun verspielt?
Hannover Meine Stadt Hannover: Haben die Ultras nun verspielt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 10.12.2015
Anzeige
Hannover/Dortmund

Anschließend prügelten sie sich mit einer anderen Fangruppe. Etwa 200 96-Ultras randalierten am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Polizei leitete elf Verfahren, unter anderem wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, ein. Zwei Männer kamen in Gewahrsam.

Welche Konsequenzen hat die Randale der Ultras? „Die Bahn hat die Möglichkeit, Beförderungsverbote auszusprechen. Diese gelten etwa für ein Jahr, können aber auch verlängert werden“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen allerdings die Täter eindeutig ermittelt sein. Das ist nicht immer ganz einfach. Nicht alle Züge sind mit Videokameras ausgestattet. Auch in dem Regionalexpress, den die Fans demoliert haben, waren keine Kameras.

„Es muss etwas getan werden. Es reicht einfach nicht, immer nur zu reden. Dabei sind alle beteiligten Parteien gefragt“, stellt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover, klar. Man müsse künftig auch über Themen wie etwa personalisierte Eintrittskarten, die Verringerung der Stehplätze oder den Entzug von Dauerkarten für Auswärtsspiele nachdenken. Laut Ackert handelt es sich bei den Ultras meist um etwa 15- bis 25-jährige, männliche Fans. Die Altersstruktur ist kein Zufall. Das weiß auch Psychiater Doktor Stefan Mohr. „Diese Altersgruppe ist besonders gewaltbereit. Vor allem, wenn Alkohol im Spiel ist“, sagt der Experte. Laut Studien geschehen etwa 80 Prozent aller Gewalttaten unter Alkoholeinfluss. Die enthemmende Wirkung spielt auch bei Gewaltausbrüchen wie dem der Fußballfans eine Rolle. „Die Identifikation mit einem Verein hat bei einigen der Fans schon fast etwas Religiöses. Wenn die Mannschaft verloren hat, sind sie frustriert, sie sind wütend über die Demütigung. Einer fängt an - vielleicht nur mit einer Pöbelei -, ein anderer macht weiter. Es schaukelt sich hoch. Die Situation eskaliert.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Polizei hat nach einer Verfolgungsjagd und einer Hubschrauberfahndung vier mutmaßliche Einbrecher und einen Komplizen gefasst. Sie sollen vorher in Velber (Seelze) in ein Wohnhaus eingebrochen sein.

07.12.2015

Wahrscheinlich krebserregend? Wahrscheinlich nicht krebserregend? Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist zum wissenschaftlichen Streitfall geworden. Auf kommunalen Flächen darf der Unkraut-Vernichter seit Mai auf Grund eines Erlasses des Umweltministeriums nicht mehr angewendet werden. Für Hannover kein Problem. Denn es geht offenbar auch ohne.
Der Erlass zielt auf befestigte Flächen wie Wege. Kulturland ist ausgenommen. „Für unseren Bereich verzichten wir aber auch dort darauf, wo wir es noch anwenden dürften“, so Frank Frohmüller vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, so etwas wie der Herbizid-Experte der Stadt.

10.12.2015

Die Reihen lichten sich. Immer mehr Stände von kleinen Märkten in Hannover verschwinden. Waren es 2004 noch 750 Jahreslizenzen, die an Händler vergeben wurden, ist diese Zahl mittlerweile auf 550 gesunken - ein Rückgang um über 25 Prozent. Immer weniger Marktbeschicker sind bereit, bei jedem Wetter Woche für Woche ihren Platz einzunehmen.

09.12.2015
Anzeige