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Meine Stadt Hannover: Guck mal ins Museum
Hannover Meine Stadt Hannover: Guck mal ins Museum
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00:16 17.06.2015
Quelle: NANCY HEUSEL
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Hannover

„Statistisch haben wir vier Typen von Besuchern ausgemacht“, erklärte OB Stefan Schostok: Da wären die Spontanen, die sich einfach treiben lassen. Es folgen die mit dem Plan: Sie wissen zu jeder Minute genau, was sie wo sehen wollen. Die dritte Gruppe nennt er die Rückkehrer: „Sie waren im vergangenen Jahr da, konnten aber manche Stationen nicht besuchen.“ Zu guter Letzt gebe es die „Groundhopper, die jede Station mitnehmen wollen“. Insgesamt kamen in diesem Jahr 6500 Besucher, die sich im Schnitt in fünf Häusern umsahen.

21 Häuser öffnen die Türen zur Langen Nacht der Museen.Fotos: Heusel

Allein das Museum für Energiegeschichte ist mit der Sonderausstellung „78, 45, 33 - vom sanften Ton zum starken Sound“ einen ausgiebigen Besuch wert. Mit Fokus auf Emil Berliner, der die Schallplatte erfand und in Hannover die Deutsche Grammophon-Gesellschaft aufbaute, zeigten zahlreiche Exponate die Evolution des Plattenspielers, von batteriebetriebener Koffergröße bis hin zu Anlagen mit dem Ausmaß eines Wandschranks.

Mit den Üstra-Kulturbussen ging es auf der blauen Route weiter zur Kestnergesellschaft, wo das Thema „Optimized Textures“ im Mittelpunkt stand. Multimediale Werke beleuchteten kritisch Identität in der Off- und Online-Welt sowie den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Gesellschaft. Nach dieser anspruchsvollen Portion Hochkultur war das Historische Museum in der Altstadt eine ideale Abwechslung. Neben Führungen durch Ausstellungen über Hannover und die Ge-schichte der Mobilität hatte vor allem die Jugend viel Spaß: Sie probierte sich im Schreiben mit dem Federkiel aus und fuhren auf E-Skateboards einen Parcours entlang.

Das eigentliche Highlight je-doch war der 658 Jahre alte Beginenturm, der im vergangenen Jahr restauriert worden war. Viele wollten sich den engen Turm inklusive herrlichem Ausblick nicht entgehen lassen, eine meterlange Schlange prägte das Bild. „Ich kannte ihn früher noch als Kneipe“, sagte Besucher An-dreas Quell. Vom Turm aus ging es direkt zur Sky-Lounge, die schon vor Sonnenuntergang Besucher mit Cocktails und entspannter Musik anzog.

Aber auch das Sprengel Muse-um war abermals ein großer Publikumsmagnet. Die frisch eröffnete Ausstellung „Plakativ. Toulouse-Lautrec und das Plakat um 1900“ zeigte etliche knallig bunte Illu- strationen von Alfons Mucha, Julius Klinger und Edward Penfield, die sich an den hohen weißen Wänden verteilten. Zudem führte Kuratorin Inka Schube durch die neue Fotoausstellung von Hannah Collins mit ihren schwarzweißen Fotografien.

Als die Sonne schon weg war, lockte ein Open-Air-Kino im Künstlerhaus zum Abschluss des Abends. Im idyllischen Innenhof trafen sich rund 300 Besucher bei lauwarmer Sommerluft. Zu Wein, Bier und Snacks gab es internationale Kurzfilme, die mal lustig, mal skurril, kreativ oder schlichtweg faszinierend waren. „Der Hahn ist tot“ verleitete das Publikum sogar dazu, im dreistimmigen Gesang den gleichnamigen Kanon mitzusingen. Besser kann man sich das Ende einer kulturellen Stadt- und Museumstour nicht vorstellen.

von Erik Klügling

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