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Meine Stadt Hannover: Grünen-Chef trickst beim Job
Hannover Meine Stadt Hannover: Grünen-Chef trickst beim Job
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00:16 12.08.2016
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Hannover

Stefan Körner, Landesvorsitzender der niedersächsischen Grünen, tritt am 11. September bei der Wahl zur Regionsversammlung in Hannover an. Auf den nötigen Unterlagen bezeichnet er sich als „Politologe“. Einen Studienabschluss hat er allerdings nicht.

„Wissenschaftler auf dem Gebiet der Politologie“, so erklärt der Duden „Politologe“. Der Begriff war in der Dienstagsausgabe der NP bei den amtlichen Bekanntmachungen zur Kommunalwahl hinter Körners Namen zu finden, denn auch ein Beruf muss angegeben werden.

Körner bestätigte auf NP-Anfrage, dass er sein Studium nicht beendet hat. „Ich habe das Vordiplom gemacht.“ Das komme einem Bachelor-Abschluss von heute nahe. Außerdem habe er an wissenschaftlichen Publikationen mitgearbeitet und auch Führungen für die Heinrich-Böll-Stiftung gemacht. Und Körner ergänzt: „Der Begriff Politologe ist nicht geschützt.“ „Landesvorsitzender“ habe er in den Wahlunterlagen nicht schreiben wollen: „Das klingt so wuchtig.“

Der Politiker hat sein Vordiplom an der Leibniz-Uni in Hannover gemacht. Uni-Sprecherin Mechtild von Münchhausen beschreibt die allgemeinen Voraussetzungen, um sich Politologe nennen zu dürfen, so: „Als Politologe können sich Personen bezeichnen, die ein Studium der Politikwissenschaften im Erstfach mindestens im Bachelor erfolgreich mit dem Abschluss bestanden haben.“ Ein altes Vordiplom erfülle diese Bedingungen nicht, so von Münchhausen: „Das war kein berufsqualifizierender Abschluss.“

Nach der aberkannten Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Jahr 2011 waren falsche Angaben zu Berufen oder wissenschaftlichen Titeln bei Politikern immer wieder Thema.

Derzeit wird das Verhalten der Essener SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Hinz breit diskutiert, die in ihrem offiziellen Lebenslauf ein Abiturzeugnis und ein Jura-Studium angegeben hatte. Beides hat sie inzwischen als falsch eingeräumt.

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