Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Gericht rekonstruiert tödlichen Schuss
Hannover Meine Stadt Hannover: Gericht rekonstruiert tödlichen Schuss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 12.12.2015
Anzeige
Hannover

Ortstermin: um 20.07 Uhr eröffnet Wolfgang Rosenbusch, Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer, die Verhandlung am Tatort. Staatsanwalt Jörg Hennies schaut aus der Haustür auf Anwalt Benjamin Schmidt. Der Staatsanwalt ist an diesem Abend Angeklagter, der Anwalt das Opfer. „Ich habe mich rumgedreht und war zwei Schritte gelaufen, als der Schuss fiel. Mein Freund war neben mir“, sagt der Zeuge (19). Bassam A. hat aus etwa drei Metern Entfernung gefeuert. Eine hohe Zypresse überschattet den Eingangsbereich. Das Umgebungslicht ist aber auch nachts so stark, dass der bislang unbescholtene Sportschütze auch dann gute Sicht gehabt haben muss.

Die Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie A. kurz aus der Haustür tritt, in „Kombat-Stellung“ (gehockt, beide Hände an der Pistole) geht und einen Schuss abgibt. Die Kugel traf den 18-Jährigen in den Rücken und zerfetzte die Halsschlagader. Anwalt Benjamin Schmidt macht das Gericht darauf aufmerksam, dass vor der Haustür eine Stufe ist. „Da muss man automatisch in die Hocke gehen“, so der Anwalt. Der Angeklagte hat gleichzeitig eine 90-Grad-Drehung vollzogen und sofort abgedrückt.

Richter Rosenbusch steigt auf das Ehebett des Angeklagten und schiebt Vorhang und Jalousie beiseite. An diesem Fenster hat der Kfz-Meister zuerst die drei Einbrecher bemerkt. Er will eine Waffe gesehen haben. Die Lichtverhältnisse am Seitengang des Hauses sind diffus. Hat er vielleicht den Schraubenzieher der Einbrecher mit einer Waffe verwechselt? Eine Waffe wurde bei den Einbrechern nicht gefunden.

Bassam A. erklärt die entscheidende Situation: „Einer hat sofort in meine Richtung geschaut.“ Dann habe er so etwas wie „Schieß“ gehört. Die Zeugen sagen, dass das Opfer kurz nach dem Schuss ein Schimpfwort ausgestoßen habe - eine Mischung aus Russisch und Rumänisch. Mit etwas Fantasie könnte man angesichts der Stresssituation die beiden Ausrufe verwechseln. Vielleicht war es das letzte Missverständnis in dieser Tragödie.

Am 15. Dezember gehts im Gerichtssaal weiter.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es hat lange gedauert. Zuletzt hatte die Politik noch einmal Druck gemacht. Nach Auskunft der Stadt soll die Sanierung des Spazier- und Joggingweges am Maschsee entlang des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers nun tatsächlich beginnen. Mittwoch waren bereits erste Absperrungen und ein Radlader am See zu sehen.

09.12.2015

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 900 000 Menschen, lediglich fünf Prozent davon werden obduziert. Herzinfarkt oder Giftmord? Wenn das Leben endet, beginnt die Arbeit der Rechtsmediziner. Was sie übersehen, bleibt für immer unentdeckt. Ihr Arbeitsalltag ist nichts für schwache Nerven.

12.12.2015

Ein Wachmann wurde mit Schlägen attackiert, ein Häftling entkam aus dem Verhandlungssaal, konnte aber noch im Gerichtsgebäude gefasst werden: Ein halbes Jahr nach Tumulten im Amtsgericht Hannover, die viel Aufsehen erregten, müssen sich zwei 17 und 19 Jahre alte Brüder wegen Körperverletzung und Gefangenenbefreiung verantworten. 

09.12.2015
Anzeige