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Bassam A.

Hannover: Gericht rekonstruiert tödlichen Schuss

Die Neonröhren unter dem Dach der ehemaligen Tankstelle in der Lehrter Straße 47 (Anderten) werfen ein starkes Licht. Von der Seite strahlen die Firmenschilder von Bassam A. (41) - auch nachts. Auch am 9. Juni 2015 um 1.15 Uhr, als der Kfz-Meister einem Einbrecher (18) vor seiner Haustür mit einem Schuss das Leben nahm. Totschlag oder Notwehr?

Hannover. Ortstermin: um 20.07 Uhr eröffnet Wolfgang Rosenbusch, Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer, die Verhandlung am Tatort. Staatsanwalt Jörg Hennies schaut aus der Haustür auf Anwalt Benjamin Schmidt. Der Staatsanwalt ist an diesem Abend Angeklagter, der Anwalt das Opfer. „Ich habe mich rumgedreht und war zwei Schritte gelaufen, als der Schuss fiel. Mein Freund war neben mir“, sagt der Zeuge (19). Bassam A. hat aus etwa drei Metern Entfernung gefeuert. Eine hohe Zypresse überschattet den Eingangsbereich. Das Umgebungslicht ist aber auch nachts so stark, dass der bislang unbescholtene Sportschütze auch dann gute Sicht gehabt haben muss.

Die Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie A. kurz aus der Haustür tritt, in „Kombat-Stellung“ (gehockt, beide Hände an der Pistole) geht und einen Schuss abgibt. Die Kugel traf den 18-Jährigen in den Rücken und zerfetzte die Halsschlagader. Anwalt Benjamin Schmidt macht das Gericht darauf aufmerksam, dass vor der Haustür eine Stufe ist. „Da muss man automatisch in die Hocke gehen“, so der Anwalt. Der Angeklagte hat gleichzeitig eine 90-Grad-Drehung vollzogen und sofort abgedrückt.

Richter Rosenbusch steigt auf das Ehebett des Angeklagten und schiebt Vorhang und Jalousie beiseite. An diesem Fenster hat der Kfz-Meister zuerst die drei Einbrecher bemerkt. Er will eine Waffe gesehen haben. Die Lichtverhältnisse am Seitengang des Hauses sind diffus. Hat er vielleicht den Schraubenzieher der Einbrecher mit einer Waffe verwechselt? Eine Waffe wurde bei den Einbrechern nicht gefunden.

Bassam A. erklärt die entscheidende Situation: „Einer hat sofort in meine Richtung geschaut.“ Dann habe er so etwas wie „Schieß“ gehört. Die Zeugen sagen, dass das Opfer kurz nach dem Schuss ein Schimpfwort ausgestoßen habe - eine Mischung aus Russisch und Rumänisch. Mit etwas Fantasie könnte man angesichts der Stresssituation die beiden Ausrufe verwechseln. Vielleicht war es das letzte Missverständnis in dieser Tragödie.

Am 15. Dezember gehts im Gerichtssaal weiter.


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