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HOCH: Mit Helikoptern kommen Forscher zu ihrem Sitz in derAntarktis.Fotos: BGR Hannover

HOCH: Mit Helikoptern kommen Forscher zu ihrem Sitz in der Antarktis.© BGR Hannover

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Hannover: Geologen in der Antarktis

Arbeiten bei minus 30 Grad und Stürmen von bis zu 110 Stundenkilometern - das gehört zum Berufsalltag in der Antarktis. Acht Geologen sind für die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus Hannover dort unterwegs - etwa 1700 Kilometer vom Südpol entfernt auf 1000 Metern Höhe haben sie ihr Lager bezogen

Hannover. Mit dabei sind Campmanager, Führer, Hubschrauberpiloten, Mechaniker, ein Arzt und eine Köchin. „Frische Nahrung und gutes Essen sind schon extrem wichtig“, erklärt Karsten Piepjohn, Strukturgeologe bei der BGR mit Antarktiserfahrung: „Man kommt am Abend durchgefroren in die Station, da reicht kein Trekking Food.“

Neben ausreichend Lebensmitteln müssen auch alltägliche Gegenstände wie Toilettenpapier in den kalten Süden gebracht werden. Piepjohn: „Wenn Sie etwas vergessen haben, ist das ziemlich schlecht, einkaufen kann man schließlich nicht.“ Das Toilettenzelt musste bei einem Schneesturm bereits mit Steinen und Schnee gesichert werden, damit es nicht wegfliegt - das berichten die Forscher in einem Online-Tagebuch.

Zwei Millionen Euro kostet die Expedition inklusive der Einkäufe, des Transports und der Reisekosten. Noch bis Februar bleibt die Besatzung vor Ort. Es ist das elfte Mal, dass deutsche Forscher auf den Urkontinent Gondwana reisen, um dessen Auseinanderbrechen zu untersuchen. Bis vor 180 Millionen Jahren war die Antarktis die Mitte des Großkontinents, nach und nach lösten sich davon das heutige Afrika, Neuseeland, Indien, Australien und Südamerika ab und verschoben sich Richtung Norden. „Wir gehen dem nach, warum die Antarktis steckenblieb“, so der Experte, „durch den Ozean, der dann als Strom um die Antarktis floss, könnte die Eiszeit ausgelöst worden sein.“ Bis vor 30 Millionen Jahren sei es am Südpol warm und begrünt gewesen.

Dem Rätsel auf die Spur zu kommen, ist nicht nur teuer, sondern auch zeitintensiv. Zunächst wird das Gebiet kartiert - „dabei wird festgehalten, woraus das Gebiet besteht“. In der Antarktis gebe es kristalline Gesteine wie Granit, Schiefer und Marmor, darüber lägen vulkanische Ge-steine und Sandstein. Von zahlreichen Schichten werde das Alter bestimmt. „In Sedimenten stecken Fossilien, anhand derer man das Alter bestimmen kann“, sagt Piepjohn. Bei kristallinen Schichten müssten Proben genommen werden, die in einem Labor in Deutschland auf die Halbwertszeit des enthaltenen Urans untersucht werden.

Die Ergebnisse solcher Expeditionen sind bedeutend, die Teilnahme für Geologen ehrenhaft und aufregend. Sie müssen fit und gesund sein und bekommen auf der Reise ein spezielles Überlebenstraining. „Gefährlich ist es aber nicht wirklich, wir sind gut ausgerüstet“, versichert Piepjohn. In der Antarktis gebe es immerhin keine gefährlichen Tiere wie am Nordpol - „nur Pinguine, und die sind wirklich süß“.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
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     30159 Hannover
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