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Türkische Behörden bergen das Fass mit der einbetonierten Frau aus Walsrode.

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Kriminalität

Hannover: Frau in Fass einbetoniert

Ein furchtbarer Mord schockiert die türkische Gemeinde in Hannover. Die Deutsch-Türkin Rita Dari W. (40) aus Walsrode verschwand spurlos am 13. März, gestern Vormittag wurde mutmaßlich ihre Leiche gefunden. Verdächtig ist ein Mann aus Hannover. 

Hannover/Walsrode. Die Polizei fand in Gölcük nahe Kocaeli zwischen Istanbul und Ankara die Leiche einer Frau, die in einem Plastikfass einbetoniert war. Auf die Spur kamen die Ermittler mit Hilfe einer türkischen Vermisstensendung.
Die wunderschöne Kosmetikerin Rita Dari W. hatte angeblich seit Jahren ein Verhältnis mit Ali K. S. – den sie regelmäßig in Istanbul traf. Auch dieses Mal sollen die beiden wieder ein Stelldichein in der türkischen Metropole gehabt haben.

Am 13. März sollte W. von dort aus wieder nach Hause fliegen – und kam niemals an. Ihre Familie wandte sich an die beliebte türkische Sendung „Müge Anli“, benannt nach der Moderatorin. Müge Anli sucht nach Vermissten, ähnlich wie in der deutschen Sendung XY ungelöst – dies aber jeden Morgen zwischen neun bis zwölf Uhr. Es gibt Live-Schaltungen mit Verwandten, Freunden und sogar Verdächtigen.

Am Montag gab es auch eine Live-Schalte zu S., der angeblich mit Herzproblemen in einem hannoverschen Krankenhaus liegt. Gefragt von der Moderatorin, warum er seine Freundin allein in der Türkei gelassen habe, soll er sich in Widersprüche verstrickt haben. Man habe sich gestritten, sie habe ihm einen Brief geschrieben und sei dann gegangen. Wobei ein Teil ihres Gepäcks im Hotel geblieben war. Auch habe er gesagt, dass das Verhältnis lange vorbei sei, man sei lediglich befreundet.
Dann aber meldete sich eine Verwandte, die von dem leeren Gebäude in Gölcük berichtete. Dieses gehöre dem Schwager von S. Der 50-jährige S. hatte es angeblich renovieren wollen, dort aber lediglich etwas zubetoniert. Als genau diese zubetonierte Stelle angefangen hatte stark zu riechen, wurden auch die Behörden aufmerksam. Schließlich fand man dort ein total blutverschmiertes Fass mit einer Frauenleiche.

Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden bestätigte der NP gestern Abend, dass es den Vermisstenfall Rita Dari W. gebe. „Der Sachverhalt ist bekannt, Interpol Wiesbaden und Interpol Ankara arbeiten zusammen, und der BKA-Verbindungsmann in Ankara ist eingeschaltet“, erklärte BKA-Sprecher Markus Koths. Da überschlugen sich bereits die Sendungen aus der Türkei mit diesem Fall.

Pikant: Auch die Ehefrau von S. meldete sich in der Mügi-Anli-Sendung, erklärte, sie wolle sich scheiden lassen. Bekannt ist, dass sie vor einigen Jahren ihre Kontrahentin Rita in Hannover verprügelt hatte.
Und: Rita Dari W. war in der Türkei Opfer eines Betruges geworden. Sie hatte 60 000 Euro in einen Schönheitssalon nahe Antalya investiert, den es aber tatsächlich gar nicht gab. Was wusste S. davon?


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