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HIER FIEL DIE FRAU IN DAS GLEISBETT: Die 53-Jährige wollte den Metronom nach Göttingen erwischen. Plötzlich fiel sie in den kleinen Zwischenraum zwischen Bahnsteigkante und vorderer Schiene. Beim Unglück verlor sie einen kleinen Zeh.

HIER FIEL DIE FRAU IN DAS GLEISBETT: Die 53-Jährige wollte den Metronom nach Göttingen erwischen. Plötzlich fiel sie in den kleinen Zwischenraum zwischen Bahnsteigkante und vorderer Schiene. Beim Unglück verlor sie einen kleinen Zeh.
 © Foto: Dillenberg

UNFALL MIT 3,36 Promille

Hannover: Frau fiel ins Gleisbett – doch warum?

Am Sonnabend rettete ein Bundespolizist einer volltrunkenen Frau im hannoverschen Hauptbahnhof das Leben. Die 53-Jährige wollte einen Zug erwischen und fiel in Folge dessen ins Gleisbett. Sie verlor dabei ihren kleinen Zeh. Vorher wurde sie von Polizei und Sanitätern in der Innenstadt kontrolliert. Ihr Lebensgefährte ließ sie offenbar alleine.

Hannover.  Beinahe hätte sie ihr Leben verloren. Lediglich der heldenhafte Einsatz eines Bundespolizisten rettete einer 53-Jährigen am Sonnabend das Leben. Doch soweit hätte es wohl gar nicht kommen müssen. Die Polizei kontrollierte sie, Sanitäter ließen sie wieder laufen. Wenig später fiel sie ins Gleisbett. Der Fall wirft Fragen auf.

Rückblick: Am Montag berichtete die NP über die heldenhafte Rettungstat eines Bundespolizisten. Der Mann war auf dem Weg nach Hause und gar nicht mehr im Dienst, als er die Frau bemerkte. Sie wollte den Metronom nach Göttingen erwischen, tastete sich am Zug entlang. Die Türen waren jedoch schon verriegelt. Plötzlich fiel sie ins Gleisbett. Der Polizist handelte sofort, zog sie – kurz vor Einfahrt des nächsten Zuges – wieder hoch und rettete ihr so das Leben.

Dass es gar nicht erst soweit hätte kommen müssen, wird erst jetzt klar. Nach Veröffentlichung der Meldung am Montag meldeten sich zahlreiche Leser bei der NP, denen die Frau bereits rund eineinhalb Stunden zuvor in der Innenstadt aufgefallen war. Offensichtlich stark alkoholisiert taumelte sie umher, rannte unter anderem ungebremst gegen eine Schaufensterscheibe. Passanten eilten zur Hilfe und versuchten die Frau zu kontrollieren. Doch sie schien einfach zu betrunken zu sein. Eine Frau alarmierte schließlich die Polizei.

Die Beamten stellten bei der 53-Jährigen einen Atemalkoholwert von 3,36 Promille fest. Grund genug, einen Rettungswagen zu rufen. Zudem konnten sie der Frau offenbar noch entlocken, wer sich um sie kümmern könnte. Ihr Lebensgefährte wurde angerufen. Zusammen mit dem 58-Jährigen stieg die Frau dann zu den Sanitätern in den Rettungswagen. Hier wurde sie untersucht. In ein Krankenhaus jedoch kam die Frau nicht. Offenbar hielten es die Sanitäter für ausreichend, wenn der Lebensgefährte sich um sie kümmerte.

Doch was geschah danach? Das ist momentan noch völlig unklar. Weder Polizei noch Feuerwehr können sagen, wieso die Frau keine zwei Stunden später, gegen 18.30 Uhr, doch alleine unterwegs war, wieso sie fast ihr Leben verlor. Muss man derart stark alkoholisierte Personen nicht vor sich selbst schützen – egal, ob sie in Begleitung sind, oder nicht?

Feuerwehr-Sprecher Michael Hintz sagt dazu: „Wir können Personen nicht einfach gegen ihren Willen mitnehmen. Zudem war die Dame in Begleitung.“ Hätte die Polizei sie nicht in eine Ausnüchterungszelle stecken können? Dazu Polizeisprecherin Martina Stern: „Wir haben die Frau aufgrund der hohen Alkoholisierung in Verbindung mit der Gesundheitsgefahr in die Obhut eines Rettungswagens übergeben. Was danach passierte, war uns nicht bekannt.“

Beim späteren Unfall auf Gleis drei hatte die Frau – so viel ist sicher – extremes Glück. Ihr Retter – der Bundespolizei-Beamte nahm anschließend Kontakt zu der Frau auf. Anders als zunächst vermutet, verlor die 53-Jährige wohl doch „nur“ einen kleinen Zeh und nicht mehrere.

Die wichtigste Fragen jedoch bleiben weiterhin ungeklärt. Wieso war die Frau am Hauptbahnhof wieder auf sich allein gestellt? Wieso ließ ihr Begleiter sie alleine? Wo war er, als sie beinahe ihr Leben verlor?

Von T. Gilgen und S. Scherer

Hannover Hauptbahnhof

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