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Das sollte eine Luxusküche sein: Statt Kochvergnügen im neuen Haus gab es für Familie Andresen eine Dauerbaustelle, einen Wasserschaden, notdürftig eingelagerte Schränke – und  Streit um die Schadensregulierung.

Das sollte eine Luxusküche sein: Statt Kochvergnügen im neuen Haus gab es für Familie Andresen eine Dauerbaustelle, einen Wasserschaden, notdürftig eingelagerte Schränke – und Streit um die Schadensregulierung.
 © Fotos: Lüers

Panne bei Design-Küche

Hannover: Familie hat Ärger mit bestellter Luxus-Küche

Lieferverzögerung, Planungspannen, Wasserschaden: Die bestellte Luxus-Küche für 49.000 Euro ist für Familie Andresen zur Dauerbaustelle geworden.

Hannover.  Die Firma Poggenpohl gehört zu den ältesten und renommiertesten Küchenherstellern Deutschlands. Eine gute Wahl für unser neues Haus, dachten sich Kay und Merle Andresen. Und kauften im August 2016 eine 49 000 Euro teure Küche im Poggenpohl-Studio Hannover – im Frühjahr 2017 wollte die Familie einziehen.

„Die Küche sollte auf Abruf lieferbar sein, sollte deshalb schon Anfang Januar geordert werden“, erklärt der Apotheker. Aber: Mitte April rief Andresen den Studioleiter an, um einen Termin für den Aufbau Mitte Mai zu vereinbaren. „Dabei erfuhren wir, dass unser Auftrag vergessen wurde.“ Eine Entschuldigung: Fehlanzeige. Mitte Mai zog das Paar, das zwei kleine Kinder hat, in das neue Zuhause. Erst drei Wochen später wurde die Küche aufgebaut. „Drei Wochen ohne Herd oder Kühlschrank war grenzwertig. Aber in jedem Unternehmen können Fehler passieren. Die Frage ist immer nur, wie man damit umgeht“, sagt Merle Andresen.

Familie nimmt sich Anwalt

Und es blieb nicht bei dieser einen Panne: Bei der aufgebauten Design-Küche fehlten einige Schrank- und Kochelemente, auch die Aufteilung der Kochinsel war anders als bestellt. „Wir hatten plötzlich weniger Schränke mit völlig anderen Maßen. In einen passen von der Tiefe her lediglich Teepackungen hinein. Völlig unbrauchbar“, so die Ehefrau. Wieder blieb eine Entschuldigung aus: „’Sie sind nicht unsere einzigen Kunden’ mussten wir uns an den Kopf werfen lassen.“

Am 9. Juli die nächste böse Überraschung: Das Paar entdeckte einen Wasserschaden unter einem Küchenschrank. Der Küchenmonteur hatte beim Aufbau Dichtungen falsch verschraubt. Mehr als 80 Liter waren tagelang unbemerkt ausgelaufen. Die Folge: Schwarzschimmel auf den Dielen, Wasserflecken an den Wänden im angrenzenden Flur, aufgequollene Schränke. „Ein Albtraum“, erinnert sich das Paar. Wieder wartete die Familie vergeblich auf Antworten oder Hilfe. „Die Firma rührte sich gar nicht“, berichtet Kay Andresen.

Die Familie nahm sich einen Anwalt. Erst vier Wochen später ließ das Unternehmen einen Teil der Küche abbauen. Als feststand, wie erheblich der Wasserschaden tatsächlich war, wurde zwei Wochen später die gesamte Küche demontiert. Die Elemente lagerte eine Spedition in einer nahegelegenen Halle ein. Kay Andresen: „Die Geräte waren mangelhaft geschützt, zudem hatten Fremde ungehindert Zutritt zu der Halle. Dennoch versicherte uns Poggenpohl, unsere Küche sei gut eingelagert.“

Poggenpohl räumt Fehler ein

Aber wieder stand die Familie ohne Küche da. Im neuen Haus musste der komplette Holzboden in der Küche entfernt werden. Zu allem Überfluss bohrte während dieser Arbeiten auch noch ein Sachverständiger in die Fußbodenheizung. Kay Andresen schüttelt den Kopf: „So viel Unglück auf einen Haufen gibt es doch sonst nicht!“ Fast zwei Monate später reagierte Poggenpohl das erste Mal schriftlich auf ein Anwaltsschreiben – und schob alle Schuld auf den Küchenmonteur.

Ende November wurde die Luxus-Küche schließlich wieder aufgebaut. Nach drei langen Monaten, in denen die Familie notdürftig auf einer Elektroplatte gekocht hatte. Zahlreiche Schränke hatten durch die Lagerung Macken, der Kühlschrank war verschimmelt. Doch bis heute streiten sich beide Seiten, wer für die Schäden aufkommt – und ob der Wert der Küche überhaupt gemindert werden muss.

Poggenpohl-Europa-Chef Olaf Becker räumte jetzt gegenüber der NP ein, dass „bei dieser Küchenkommission massive Fehler aufgetreten“ seien: „Vermeintlich kleine Fehler haben oft massive Folgen und dürfen einem Hersteller im Luxussegment wie Poggenpohl in diesem Maße nicht passieren. Der Fall der Familie Andresen ist außergewöhnlich und wir entschuldigen uns ausdrücklich für die großen Unannehmlichkeiten, die der Familie entstanden sind.“

Es ist die erste richtige Entschuldigung, die die Familie zu hören bekommt. Doch Kay und Merle Andresen sitzen weiterhin auf einem Teil der entstandenen Kosten: „Wir können nichts für das, was wir hier monatelang erlebt haben.“

Von Britta Lüers


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