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Meine Stadt Hannover: Falscher Notfall löst Großeinsatz im Bahnhof aus
Hannover Meine Stadt Hannover: Falscher Notfall löst Großeinsatz im Bahnhof aus
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00:16 20.05.2016
Quelle: Symbolfoto
Hannover

Es handele sich um eine 17- bis 20-Jährige mit Migrationshintergrund. Das Duo war in Einsatzkleidung unterwegs: Er trug Jacke, Hose und Helm der Johanniter sowie eine Erste-Hilfe-Tasche, sie eine Einsatzweste des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Unfassbar: Tatsächlich gab es den Notfall nicht, beide hatten alles nur erfunden.

Das Geschehen spielte sich bereits am Sonnabend ab. Wie Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover, am Dienstag auf NP-Anfrage mitteilte, erschien das Pärchen kurz nach Mitternacht am DB-Schalter. Die Hannoveraner behaupteten, nur das Vorkommando zu sein, die restlichen Einsatzkräfte seien auf der Anfahrt. Das waren sie nicht. Noch nicht. Denn erst, als die DB die Bundespolizei einschaltete, setzte sich die übliche Maschinerie mit Polizei und Feuerwehr in Gang. Die Bahn wies alle Lokführer an, nur Schrittgeschwindigkeit zu fahren.

Die Beamten trafen im Hauptbahnhof auf den 31-Jährigen und seine Begleiterin. Als sich beide in Widersprüche verwickelten, war schnell klar, dass es die suizidgefährdete Frau gar nicht gab. Das Duo wurde mit zur Wache genommen.

Das Motiv des Pärchens ist nach wie vor unklar. Die Johanniter-/ASB-Kleidung mussten beide bei der Bundespolizei abgeben. Gegen die Hannoveraner wird inzwischen ermittelt - wegen Vortäuschens von Hilfsbedürftigkeit. Dazu dürfen sich der 31-Jährige und die junge Frau darauf einstellen, dass sie für die Kosten des Einsatzes aufkommen müssen. Wegen des Fehlalarms hatten in der Nacht zum Sonnabend elf Züge Verspätung.

Wie der 31-Jährige und seine Begleiterin an die Einsatzkleidung der Hilfsorganisationen kamen, haben sie der Bundespolizei nicht erzählt. Möglicherweise war der Hannoveraner mal Mitglied bei den Johannitern. Sprecherin Frauke Engel: „Wir sind gerade dabei, den Fall zu klären.“

Wie bei den Johannitern löste der Wirbel auch bei der Bundespolizei nur Kopfschütteln aus. „Die Kollegen haben schon genug zu tun. Da braucht man solche Sachen nicht auch noch“, sagt Ackert.

Britta Mahrholz

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