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INTERNETERFOLG: Stephan Thomsen erforscht, wie  lohnend präventive Kampagnen sind.

INTERNETERFOLG: Stephan Thomsen erforscht, wie lohnend präventive Kampagnen sind.

Fakultäten-Serie

Hannover: Facebook soll bei der Prävention von Verbrechen helfen

Wirtschaftswissenschaften klingt nach trockenen Berechnungen – dabei geht es oft um Dinge, die alle betreffen, etwa: Verbrechensbekämpfung. An der Fakultät der Universität wird geforscht, welche Auswirkungen Verbrechensprävention bei Facebook hat – und natürlich, was das kostet.

Hannover. Mehr als 28 000 Studenten, 326 Professoren und neun Fakultäten – Hannover ist Universitätsstadt. In einer Serie stellt NP-Redakteur Sebastian Scherer verschiedene Institute vor. Und lässt die Professoren erklären, wie ihre Forschung die Welt ein Stückchen besser machen soll. In Folge 5 besucht Sebastian Scherer die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät.

 Diese Zahlen lassen viele Werber ins Träumen geraten: 330 000 Mal geteilt wurde ein Beitrag im sozialen Netzwerk Facebook - Zigtausende haben ihn mit „Gefällt mir“ markiert. Doch das, warum es geht, ist nicht von einer Werbeagentur ersonnen oder mit größtem Aufwand produziert worden. Der Beitrag, der ein solch großes Echo auslöste, ist einer der Polizei Hagen – die die Nutzer von Facebook schlicht dafür sensibilisieren wollte, dass keine Kinderfotos gepostet werden sollten. Unter anderem, um sie vor Pädophilen zu schützen. Der Post traf einen Nerv; die Menschen fühlten sich angesprochen.

Szenenwechsel, das Büro von Stephan Thomsen, dritter Stock am Conti-Campus der Universität Hannover. „Solche Erfolge sind natürlich etwas Besonderes“, sagt der 39-Jährige. Der ist Teil des Projekts Prädisiko – das steht für „Präventive digitale Sicherheitskommunikation“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Beteiligt sind unter anderem auch die Deutsche Hochschule der Polizei und die Polizeiliche Kriminalprävention, auch eine Digitalagentur (Mosaiq) für die technische Komponente.

„Unser Ziel ist es, in drei Jahren zu erforschen, wie das Internet zur Präventionsarbeit genutzt werden kann.“ Dazu sollen zum Beispiel Filme entstehen, die dann über Facebook gestreut werden können. Thomsen und sein Team beschäftigen sich am Institut für Wirtschaftswissenschaft dabei mit den finanziellen Fragen: Was ist das alles eigentlich wert? Welche Aufmerksamkeit wird erzeugt, und wie wäre diese Aufmerksamkeit auf dem klassischen, nicht-digitalen Weg zu bekommen? Vor allem: Lohnt sich das?

„Bisher gibt es zu allen möglichen Themengebieten Broschüren. Zu denen müssen die Menschen aber erst einmal kommen“, erklärt Thomsen. Im Internet ist es andersrum – wenn jemand etwas Interessantes entdeckt, teilt er den Beitrag; die Information verbreitet sich und erreicht immer mehr Menschen.

Projekte wie dieses sind deshalb wichtig, weil es so wenig Vergleichswerte gibt. „Die Entwicklung in den vergangenen Jahren war auf diesem Feld enorm.“ Schneller als die Forschung. Die muss nun Handfestes produzieren: Wie groß ist der Aufwand, um Inhalte zu produzieren, die die Menschen erreichen. Und wie ist der Kosten-/Nutzenfaktor? Es ginge ja nicht um Produkte, bei denen man kurzfristige Erfolgs zu- oder -abnahmen schnell nachvollziehen kann anhand des Absatzes. „Prävention lohnt sich langfristig. Auch, wie sich das beziffern lässt, ist unsere Aufgabe.“

Als Teil des Projekts wird andernorts aber auch über Rahmenbedingungen gesprochen. Als die Kölner Polizei von „Nafris“ statt Nordafrikanern schrieb, entbrannte viel Protest. „Die Behörden stehen auch vor der Frage, wie sie die Menschen ansprechen, welcher Ton angemessen ist. Sie dürfen gleichzeitig nicht verstören, nicht beunruhigen. Das ist komplex“, so Thomsen. Denn sonst werde ein soziales Netzwerk wie Facebook genauso schnell Segen (etwa bei dem Kinderfoto post der Hagener) – wie Fluch.

Von Sebastian Scherer

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