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Meine Stadt Hannover: Es geht auch ohne Glyphosat
Hannover Meine Stadt Hannover: Es geht auch ohne Glyphosat
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00:17 10.12.2015
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Hannover

„Ganz ohne Chemie gehts nicht“, räumt er ein. So müssten etwa Fungizide gegen den Pilzbefall bei Rosen eingesetzt werden, und auch die Rattenbekämpfung könne auf Pestizide nicht verzichten. Doch von Glyphosat lassen die städtischen Gärtner die Finger. Und das nicht nur auf städtischen Grünflächen, sondern auch auf Spiel- und Sportplätzen, an Kindergärten und Friedhöfen.

Stattdessen setzen Frohmüller und Kollegen auf mechanische oder thermische Alternativen. „Und im Beet schaufeln wir mit der Hand.“ Ganz klassisch also, auch wenn dies einen höheren Personaleinsatz bedeuten kann.
Sogenannte Wildkrautbürsten sind besonders auf festen Wegen etwa mit Plattenbelag geeignet. Sie arbeiten mit rotierenden Stahlbürsten. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen auch für den Privatgarten. „Die Wildkrautbürsten schrubben das Kraut aus den Fugen“, so Frohmüller.

Im Stadtpark wird ein Gerät etwa in der Größe eines Rasenmähers allerdings nur noch selten eingesetzt. Denn es geht auch mit Hitze. Während der Kleingärtner sich dabei meist einer Gasflasche mit Brenner bedient, können die Gärtner im Stadtpark schwereres Kaliber auffahren: Gasflaschen auf einem Wagen versorgen einen Brenner, der eine spezielle Metallplatte erhitzt, die Infrarotstrahlung und Wärme nach unten abgibt. Reflektionshitze nennt sich das, und die zerstört die Zellen der Wildkräuter.

Das funktioniert aber auch mit kochendem Wasser. „Das mache ich auf meiner Terrasse auch so“, erklärt Experte Frohmüller. Durch das heiße Wasser werde das Eiweiß in der Pflanze zerstört. Für den Einsatz im großen Maßstab haben die Gärtner einen Anhänger mit einem Wassertank und einem Brenner ausgerüstet. „Im Beet machen wir das aber eher mit Krauten und Jäten.“

Das ist Glyphosat:

Glyphosat ist Hauptbestandteil der meisten Unkrautvernichtungsmittel, darunter auch des Marktführers Roundup von Monsanto.

Derzeit steht die Zulassungsverlängerung auf dem Prüfstand. Nach einem Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) im März wurde Glyphosat von der Weltgesundheitsorganisation WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Dem widersprach das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Die WHO-Einschätzung sei wissenschaftlich nur schlecht nachvollziehbar und nicht ausreichend belegt. Daraufhin gab die EU-Behörde Efsa Entwarnung für das Unkrautvernichtungsmittel, stützte sich dabei aber ausschließlich auf die Aussagen des BfR, dem Kritiker Industrienähe vorwerfen. Dagegen wiederum protestierten rund 100 internationale Forscher: Die Analyse der BfR enthalte schwerwiegende Mängel und sei in Teilen „wissenschaftlich unakzeptabel“

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