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Helmut Schmidt ist im November gestorben. Nun soll in Hannover eine Straße nach ihm benannt werden.

Verwaltung

Hannover: Eine Straße für Helmut Schmidt

Die SPD will eine Straße nach dem im November verstorbenen Kanzler Helmut Schmidt benennen. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion am kommenden Dienstag beraten. Das kündigte Fraktionschefin Christine Kastning gestern in einer Mitteilung an.

Hannover. Ein Schritt, der auch eine Flucht nach vorn ist. Denn Kastning hatte zuletzt viel Kritik – auch aus der eigenen Partei – einstecken müssen, weil sie am Rande einer Veranstaltung am vergangenen Montag gefordert hatte, dass man sich erst mit Schmidt wissenschaftlich auseinandersetzen müsse, bevor man eine Straße nach ihm benennt.

Nun stellt Kastning klar: „Ich habe überhaupt keinen Zweifel an der Person Helmut Schmidt. Er war auch für mich persönlich ein Vorbild und ein großer Mensch.“ Gleichwohl soll es für Schmidt keine Sonderregelung geben. Denn der Rat hat bereits in der Vergangenheit beschlossen, dass sämtliche Namensgeber in der Stadt überprüft werden sollen, die in der NS-Zeit alt genug waren, um darin eine Rolle zu spielen. Auf Schmidt trifft das zu. Er diente als Oberleutnant in der Wehrmacht. Die routinemäßige Überprüfung sei „nichts Besonderes. Sie gilt für alle Personen aus dieser Zeit“, sagt Kastning, die selbst „überhaupt keine Anhaltspunkte dafür sieht“, dass Schmidt nicht als Namensgeber für eine Straße in Frage kommt.

Hannovers SPD-Chef Alptekin
Kirci hält es „für selbstverständlich, dass eine Straße nach Schmidt benannt wird“. An der Überprüfung hält aber auch er fest. Diese sei „normale Praxis“ und gelte für „alle Vorschläge für Straßennamen gleichermaßen“.

Zweifel an der Integrität Schmidts in den eigenen Reihen will er nicht akzeptieren: „Wer das anders sieht, bekommt es mit mir zu tun. Da werde ich auch emotional“, kündigt Kirci an.

Den Antrag, eine Straße nach Schmidt zu benennen, müsste einer der Bezirksräte stellen. Erst dann würde das übliche Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt, das auch die Prüfung vorsieht. „Ich würde es als kontraproduktiv ansehen, wenn man da bei Schmidt eine Ausnahme machen würde. Einen Promi-Bonus gibt es nicht“, sagt Karljosef Kreter, Leiter der städtischen Erinnerungskultur, die in solchen Fällen zu Rate gezogen wird. Auch Schmidt solle „ohne Emotionen untersucht werden“, erklärt Kreter, der sich jedoch „persönlich nicht vorstellen kann, dass wir da etwas finden, das gegen eine Straßenbenennung spricht“.

Christian Bohnenkamp


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