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Südschnellweg

Hannover: Ein Tunnel statt der Bröckelbrücke

Es soll so werden wie am Pferdeturm. Mit dem Unterschied, dass oben noch ein Deckel draufkommt. Die marode Südschnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße soll durch einen Tunnel ersetzt werden. Eine Lösung, die gleich zehn der 14 Büros vorgeschlagen haben, die sich an dem Ideenwettbewerb des Landes beteiligt haben. Drei haben besonders gute Vorschläge gemacht. Sie wurden mit zwei ersten und einem zweiten Platz prämiert. Aus ihnen wollen sich die Planer von Bund, Stadt und Land nun jeweils die besten Aspekte heraussuchen.

Hannover. Als sicher gilt jedoch, dass der Tunnel im Westen im Bereich der Schützenallee beginnen wird. Enden soll er östlich der Hildesheimer Straße. Je länger er wird, desto höher fallen jedoch die Kosten aus.

Wirtschaftsminister Olaf Lies sieht deshalb „noch viel Überzeugungsarbeit“, die beim Bund geleistet werden müsse. Weil der Südschnellweg eine Bundesstraße ist, muss dieser den Großteil der Kosten tragen. Positiv sei aber, dass auch dessen Vertreter in der Wettbewerbsjury für die Tunnellösung gestimmt hätten. Für „sehr gelungen“ hält Lies die eingereichten Vorschläge. „Damit können wir arbeiten. Das ist eine wichtige Botschaft“, verkündete er“.

Er lobte auch, dass einige Büros bereits detaillierte Vorschläge gemacht hätten, wie in der langen Bauzeit die Verkehrsprobleme in Hannover in Grenzen gehalten werden können. Geplant ist derzeit eine Behelfsbrücke, die nördlich der derzeitigen Hochstraße errichtet werden soll. Bis der Tunnel fertig ist, soll über sie der Schnellwegverkehr laufen.

„Dass der Südschnellweg in den Tunnel kommt, ist für Hannover absolut erfreulich“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Er sieht in dem Umbau des Schnellwegs auch ein „erhebliches Entwicklungspotenzial in baulicher Perspektive“.

Denn statt der alten Hochbrücke wird über dem Tunnel im Bereich der Wilmerstraße viel Platz sein für einen schick gestalteten Boulevard. Nördlich davon ist sogar Wohnbebauung denkbar. Ein Vorschlag, den alle drei Siegerbüros gemacht haben.

Insgesamt erstreckt sich der Umbau des Südschnellwegs über eine Länge von 4,3 Kilometern, zwischen Landwehrkreisel und Seelhorster Kreuz. Die Kosten für das Vorhaben werden wohl im dreistelligen Millionenbereich liegen. Sie waren im Ideenwettbewerb bewusst kein Thema, um die Kreativität der Vorschläge nicht einzuschränken. Auch der Hochwasserschutz wurde bisher noch nicht berücksichtigt. 

Das muss für den Baustart 2023 klappen

2016: Den Hauptteil der Kosten trägt der Bund, weil der Südschnellweg eine Bundesstraße ist. Allerdings sind auch Land und Stadt Baulastträger. Sie wollen nun gemeinsam erarbeiten, welche Lösungen im Detail erarbeitet werden. Daran sollen auch die Bürger beteiligt werden. Am 24. Februar (18 Uhr) wollen ihnen im Freizeitheim Döhren Wirtschaftsminister Olaf Lies und Stadtbaurat Uwe Bodemann die Siegerentwürfe des Ideenwettbewerbs erklären. Zu sehen sein werden allerdings alle 14 Entwürfe, die die beteiligten Büros eingereicht haben. Regelmäßig mitreden dürfen soll der sogenannte Planungdsialog, den das Land ins Leben gerufen hat. In ihm sind neben anliegenden Einwohnern auch Gewerbetreibende, Abgesandte von Vereinen sowie Politiker aus den betroffenen Stadtbezirken vertreten. Das Gremium trifft sich am 23. Februar.

2017 bis 2018: Ausarbeitung einer Straßenplanung, die auch tatsächlich umgesetzt werden kann. In diesem Zusammenhang sollen auch die Kosten näher konkretisiert werden.
2018 bis 2019: Erstellung der Planungsunterlagen für das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren.
2020 bis 2022: Durchführung des sogenannten Planfeststellungsverfahrens, bei dem die Region Hannover die Federführung hat. Dabei müssen unter anderem Aspekte wie Lärm- und Umweltschutz und Hochwasserschutz sowie die Belange von weiteren Betroffenen wie anliegenden Anwohnern und Gewerbetreibenden berücksichtigt werden.
2021 bis 2022: Zum Teil parallel beginnt bereits die konkrete Ausführungsplanung, die die Erarbeitung der eigentlichen Bauunterlagen umfasst.
2022 bis 2023: Beginn des Vergabeverfahrens für die verschiedenen Bauaufträge, die mit dem Riesenprojekt verbunden sind. Aufgrund der Größe des Vorhabens müssen diese europaweit ausgeschrieben werden.

2023: Beginn der Bauarbeiten. Zunächst soll nach derzeitigem Stand eine Behelfsbrücke errichtet werden, über die der Verkehr laufen kann, wenn die marode Hochstraße abgerissen und anschließend der neue Tunnel gebaut wird. Ein Termin, der schon deshalb eingehalten werden muss, weil die nur notdürftig reparierte derzeitige Hochbrücke über die Hildesheimer Straße dann das Ende ihrer prognostizierten Haltbarkeit erreicht hat. Kritiker haben Zweifel, dass sich das komplizierte Genehmigungsverfahren rechtzeitig über die Bühne bringen lässt.


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  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok