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© Jansen dpa

Blaulicht

Hannover: Drei Freunde von Güterzug erfasst

Drei junge Erwachsene sterben, als sie von einem Zug erfasst werden. Doch warum die Frau (20) und zwei Männer (einer ist 18, der andere konnte auch am Mittwochmorgen noch nicht identifiziert werden) auf den Schienen standen, bleibt zunächst völlig unklar. Medienberichte, dass die drei nackt auf den Schienen lagen, bestätigt die Polizei nicht. "Dazu machen wir keine Angaben", sagt Polizei-Sprecher Sören Zimbal.

Hannover. Die Strecke um den Bahnhof Karl-Wiechert-Allee in Kleefeld ist mit Schallschutzwänden umringt. Ein Durchkommen, um etwa eine Abkürzung zu nehmen, ist hier nicht möglich. Eine Passantin erklärt, dass der nächste mögliche Schleichweg erst einige Hundert Meter weiter weg ist. Auch ein junger Mann bestätigt, dass man erst ein Stück hinter dem Bahnhof durch eine Lücke im Zaun gehen kann. Fest steht: Die beiden identifizierten Opfer kamen aus Lehrte. Von dort fährt die S-Bahn direkt bis zum Unglücksort. 

Ob die Heranwachsenden gerade mit der Bahn ankamen oder wieder nach Hause fahren wollten, als es zu dem Unglück kam, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Ebenso, ob sie leichtsinnig vom sicheren Bahnsteig gesprungen sind oder einer gestolpert ist und die anderen zur Hilfe eilen wollten. Ihre Taschen und Rucksäcke jedenfalls sollen noch auf dem Bahnsteig gelegen haben.

Was ist also am Montagabend gegen 23 Uhr passiert? Ein Güterzug rast auf die Haltestelle zu. Der Lokführer sieht die drei noch kurz hinter dem Bahnhof im Gleisbett, versucht zu bremsen, doch es ist zu spät. Er kann nicht mehr rechtzeitig stoppen. Die jungen Erwachsenen sterben an der Unfallstelle. Der Lokführer erleidet einen schweren Schock. Die Polizei denkt zunächst an einen Suizid. Doch diese Überlegung ist inzwischen in den Hintergrund gerückt. „Wir gehen von einem Unglücksfall aus“, sagt Sprecher Zimbal und ergänzt, dass aber trotzdem die Ermittlungen in alle Richtungen weitergeführt werden – „mit Hochdruck“.

In der Nacht wurde die Bahnstrecke für einige Stunden gesperrt, um die Leichen zu bergen. Auch Dienstag Vormittag kommen Beamte des Kriminaldauerdienstes und der Bundespolizei wieder zum Unglücksort und suchen nach Hinweisen. Eine Videokamera soll im Wartebereich hängen – ob diese aber tatsächlich verwertbare Aufzeichnungen gemacht hat, konnte die Polizei noch nicht sagen.


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  • Landkreis: Region Hannover
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  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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