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Meine Stadt Hannover: Dreck ein immer größeres Problem
Hannover Meine Stadt Hannover: Dreck ein immer größeres Problem
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00:15 12.05.2016
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Hannover

In den sozialen Netzwerken gibt es inzwischen Videos und Bilder zuhauf. Ein Mann mit Rastalocken, der in einen Blumenkübel im Hauptbahnhof seine Notdurft verrichtet. Ein anderer, der gleich neben einem Treppenaufgang dort zur Toilette geht. Ebenso eklig wie die Filmchen sind die Kommentare.

Beides ramponiert das Image der Stadt. Frage deshalb an Hans Nolte, Chef der Hannover Tourismus und Marketing GmbH: Was tut man dagegen? „Mehr Einsatz von Ordnungskräften und Sozialarbeitern“, wünscht sich Nolte, weiß aber: „Das wird nicht zu machen sein. Viele Kräfte sind mit Flüchtlingsunterbringung und -betreuung beschäftigt.“

Wie in anderen deutschen und internationalen Großstädten müssten Müllsünder mit Bußgeld bestraft werden, findet Nolte. Sein Vorschlag: „Ein Kaugummi ausspucken 40 Euro, eine Kippe wegwerfen 80 Euro.“ Kippen sind schließlich nicht nur ein ästhetisches Problem; schädliche Chemikalien belasten die Umwelt.

In Frankfurt am Main, wo die Stadt jährlich rund 17 000 wild abgelagerte Sperrmüllhaufen beseitigen muss, unterstützen „Ortsdiener“ und „Nachbarn in Uniform“ die Ordnungshüter. Wer in Berlin beim Wegschnipsen einer Kippe einem Ordnungsdienst-Mitarbeiter auffällt, muss sofort ein Verwarngeld von 20 Euro zahlen. In Köln kostet diese „unzulässige Abfallentsorgung“ 35 Euro. In Düsseldorf werden präventiv auch mal faltbare Aschenbecher verteilt.
Das alles löst jedoch nur einen Teil des Problems. Viel schlimmere Hinterlassenschaften haben dazu geführt, dass Massimo Dall‘Asta nach dem Umbau seiner Eisdiele am Steintor auf den Wintergarten verzichtete. „Ich wollte niemanden mehr zumuten, dort morgens sauber zu machen.“ Die Menschen, die sich unter die Bäume hocken und ihre Notdurft verrichten, ahnt Ordnungsdezernent Marc Hansmann, seien weder mit Bußgeldern noch mit Platzverweisen zum anderen Benehmen zu bringen. „Es ist keine Lösung, sie zu vertreiben“, sagt der Stadtkämmerer. „Das habe ich vom ehemaligen Sozialdezernenten Thomas Walter gelernt.“

Hansmann setzt auf Information. Sozialarbeiter werden beispielsweise Wohnungslose daruf hinweisen, dass die Nutzung öffentlicher Toiletten neuerdings kostenlos ist. Außerdem gibt es ein Beispiel, das ihm Hoffnung gibt. Lärm und Verunreinigungen auf der Limmerstraße (Linden) beendeten eine konzertierte Aktion von Wachdienst und Sozialarbeitern.

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