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Meine Stadt Gelbe Säcke in Hannover immer dünner?
Hannover Meine Stadt Gelbe Säcke in Hannover immer dünner?
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18:46 16.04.2019
Aufgerissen: Dieser gelbe Sack in Hannovers Nordstadt. Ist ihre Folie zu dünn? Quelle: Franson
Hannover

Die Abfallentsorger Aha und Remondis haben ein gemeinsames Problem: Immer mehr gelbe Säcke werden für andere Zwecke missbraucht, klagen die Unternehmen. Viele Leser behaupteten jedoch, dass sie oft zwei Säcke verwendeten, weil diese immer dünner würden. Doch stimmt das wirklich?

Ein klares „Nein!“ kommt von Aha-Sprecherin Helene Herich. Die gelben Säcke, die der Abfallentsorger im Stadtgebiet Hannover verteile, hätten eine Folienstärke von 0,02 Millimetern.

Aha: Seit 2009 sind die Folien der Säcke gleich dick

Zuletzt geändert habe sich das 2009, als der blaue Papiersack eingeführt wurde. Weil die nur noch mit den Leichtverpackungen des Dualen Systems gefüllten gelben Säcke weniger Gewicht aushalten müssen, sei deren Folienstärke von 0,03 auf 0,02 Millimeter reduziert worden, so Herich.

Auch das Unternehmen Remondis, das die gelben Säcke im Umland abholt, bestreitet, dass diese dünner geworden sind. „Sie waren mal deutlich stabiler. In den letzten Jahren hat sich an den Säcken aber nichts geändert“, sagt Sprecher Stefan Schlutter.

Ist das Material besser geworden?

Man müsse auch berücksichtigen, dass das Material besser geworden sei. „Wenn man die Säcke mit den Verpackungen füllt, die rein sollen, dann reicht das auch“, erklärt der Sprecher. Höchstens mit scharfkantigen Verpackungen könne es mal Probleme geben.

Sowohl Aha als auch Remondis betonen jedoch, dass die Stärke der Säcke in den Ausschreibungen des Dualen Systems vorgegeben werde.

Remondis will größere Säcke – und nur alle 14 Tage kommen

Weniger Einigkeit zwischen den beiden Unternehmen gibt es in der Frage, wie groß die gelben Säcke sein sollen. Aktuell passen 50 Liter hinein. Remondis fordert jedoch die Einführung eines 90-Liter-Sackes, weil eine Abfuhr dann nur noch alle zwei Wochen notwendig sei. „Für das Klima wäre das eindeutig besser“, sagt Schlutter. Auch würden weniger Fahrten mit den großen Müllfahrzeugen „weniger Belastung für die Bürger“ bedeuten, argumentiert der Remondis-Sprecher.

Aha-Sprecherin Herich hingegen wirft Remondis vor, dass das Unternehmen nur die Kosten drücken wolle. Im Interesse der Kunden sei eine Abfuhr im 14-Tage-Rhytmus nicht, weil sich dann eher unangenehme Gerüche bilden würden. Auch habe ein Test ergeben, dass die 50-Liter-Säcke rückenschonender und leichter für die Müllwerker zu werfen seien, so Herich.

Aha findet 50-Liter-Säcke gesünder

Remondis behauptet das Gegenteil. Die 90-Liter-Säcke seien gesünder für die Mitarbeiter, weil sich diese nicht so tief bücken müssten. Dass nicht beide Abfallentsorger die Säcke einsetzen können, die sie wollen, liegt an einer alten Vereinbarung aus dem Jahr 1992. Sie zwingt die Unternehmen, sich abzustimmen.

Pikant: Im Umland ist Aha die öffentlich-rechtliche Überwachungsbehörde – von Remondis. „Gibt es Abweichungen, die nicht vertragskonform sind, würden wir die Dualen Systeme anschreiben und sie darauf hinweisen, dass ihr Auftragnehmer sich nicht an die Absprachen hält“, droht Aha-Sprecherin Herich.

Bei Remondis hingegen geht man davon aus, dass Aha den 50-Liter-Sack vor allem deshalb behalten will, weil sich damit andere Konkurrenten abschrecken lassen. „Überall gibt es 90-Liter-Säcke. Nur in Hannover nicht“, sagt Sprecher Schlutter. Weil die Produktion von Säcken einen langen Vorlauf benötige, halte das andere Unternehmen vom hannoverschen Markt fern.

Von Christian Bohnenkamp

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