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Meine Stadt Hannover: Diese Frau regiert jetzt im Rathaus
Hannover Meine Stadt Hannover: Diese Frau regiert jetzt im Rathaus
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00:16 04.08.2013
BEWEGTE ZEITEN: Bei der Schlüsselübergabe ließ der Wind die Haare von Sabine Tegtmeyer-Dette in die Höhe stehen. Mit Gegenwind im Rathaus hat sie nicht zu rechnen. Quelle: (Alexander Körner)
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Hannover

VON VERA KÖNIG

HANNOVER. In der 100-jährigen Geschichte des Rathauses und der laut Urkunde aufs Jahr 1150 zu datierenden Geschichte Hannovers hat es das noch nicht gegeben: Erstmals führt eine Frau die Stadt. Sabine Tegtmeyer-Dette tritt heute die Nachfolge von Hans Mönninghoff an. Bis der neue OB gewählt ist, wird die 52-Jährige Verwaltungschefin und gleichzeitig Wirtschafts- und Umweltdezernentin sein.

Als Neuling in der Stadtverwaltung gleich an der Spitze - der ehemaligen kaufmännischen Leiterin der Üstra macht das kein Kopfzerbrechen. „Das ist keine Hürde, die nicht zu nehmen ist“, fand sie bei der Schlüsselübergabe.

Sicherlich hat die Verwaltungs-Betriebswirtin mit weniger Widerstand zu rechnen als ihr Vorgänger Hans Mönninghoff vor 24 Jahren. Der verabschiedete sich mit Hannovers größter Kaffeetafel: In Glashalle und Stadtpark lud er 250 Gäste ein. „Keine, die mich geärgert haben. Alles nur nette Leute“, räumte er ein.

Das erste Wort hatte Bürgermeister Bernd Strauch. Sein Kommentar zu Mönninghoff: „Er hat Takt und Töne - allerdings auch schräge.“ Sein Co-Partner in der derzeitigen Verwaltungsdoppelspitze strahle Dynamik aus, gleichzeitig Ungeduld.

Als ehemaliger Vorgesetzter war Ministerpräsident Stephan Weil gefragt. „Daran, dass Mönninghoff einen Vorgesetzten hatte, erinnerte er sich nur, wenn es ihm taktisch in den Kram passte“, meinte er schmunzelnd. „Mönni“ sei ein Unikat, ein Pionier der kommunalen Umweltpolitik, ein „Verwaltungstausendsassa“.

Im Namen der Industrie-und Handelskammer (IHK) bedankte sich deren Präsident Hannes Rehm. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir sind uns mit Respekt und Sympathie beggnet.“ Mönninghoff habe „mit beachtlichem Kampfgewicht, aber auch Grazie stets alles ausbalanciert“.

Als dann Ummada Manfred Kindel mit dem Kinderchor „Danke“ sang, wurden die Augen des Ersten Stadtrats feucht. „Wer immer unter Strom steht, braucht eine feste Erdung. Bei mir ist es die Familie“, bedankte er sich bei Frau Heike, Tochter Katja und dem Schwiegersohn. Ihn begeistere, wie aus Kontrahenten vielfach Kumpel wurden. „Mitarbeiter des früheren Fuhramtes haben mir heute mit 20 kleinen Autos ein Defilee gebracht.“

An Ruhestand denkt Mönninghoff nicht. Wie berichtet, will er in Tansania, genauer im Dorf Kibakwe, Brunnen bohren, um die Trinkwasserversorgung zu sichern. 7700 Euro Spenden sind schon geflossen. Der Wasserbauingenieur: „Das ist die Summe von 58 Überweisungen. Ich sehe hier aber viel mehr Gäste.“

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