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Meine Stadt Mit Karte: Hier staut sich der Verkehr am häufigsten
Hannover Meine Stadt Mit Karte: Hier staut sich der Verkehr am häufigsten
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18:07 17.01.2019
Stau auf der A2: Kein seltenes Bild. Quelle: dpa
Hannover

Deutschland sucht das Stauende: Laut ADAC hat es im vergangenen Jahr rund 745.000 Staus auf Deutschlands Autobahnen gegeben, gut drei Prozent mehr als im Vorjahr und im Schnitt etwa 2000 pro Tag. Auch sei die Staulänge gewachsen, um gut fünf Prozent auf 1,5 Millionen Kilometer – das würde 38-Mal um die Erde reichen, machte pro Tag fast 4200 Kilometer Stau.

Auch in Niedersachsen nahm der Stauraum zu: Mit 155.250 Kilometern waren es 33.790 Kilometer mehr als im Jahr davor, ein satter Zuwachs von knapp 28 Prozent. Die Staudauer stieg ebenfalls, auf 43 442 Stunden – umgerechnet ergibt das 1810 Tage und so fast 200 Tage mehr als im Jahr 2017. Bundesweit ergibt die ADAC-Statistik über die Gesamtstaulänge die Rangfolge Nordrhein-Westfalen (486.000 Kilometer), Bayern (275.239), Baden-Württemberg (207.316) – und auf Platz vier Niedersachsen.

Den größten Anteil am Längenzuwachs hatte die Baustelle auf der A 7 zwischen Hannover-Nord und Allertal, wo seit dem Frühjahr 2018 eine Grunderneuerung läuft. Hier ist zwar seit kurz vor Weihnachten Winterruhe – Ende März wird laut der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aber weiter gebaut, erst im Dezember des Jahres 2020 soll bei diesem Projekt „alles durch“ sein.

Das größte Stauärgernis Niedersachsens war gemäß den ADAC-Zahlen der Autobahnabschnitt dieses A7-Projekts zwischen Schwarmstedt und der Anschlusstelle Berkhof in der Region Hannover: 7572 Kilometer Stillstandslänge mit einer Dauer von 1691 Stunden (also rund 70 Tagen) wurden hier registriert.

Insgesamt lag jedoch die Staudauer in Deutschland laut ADAC mit gut 459.000 Stunden (das entspricht 19.125 Tagen beziehungsweise auch etwas mehr als 52 Jahren) auf dem Niveau des Vorjahres.

Schwerpunkte in Niedersachsen

Die meisten Stauabschnitte in Niedersachsen lagen laut der Auswertung im vergangenen Jahr auf der A7 – mit den Hauptstellen zwischen Hannover-Nord und Allertal, wo die Grunderneuerung läuft. Zwischen Schwarmstedt und Berkhof summierten sich die stehenden Fahrzeuge auf eine Länge von 7572 Kilometern, sie verbrachten dort 1691 Stunden, was rund 70 Tagen entspricht. Wegen desselben Projekts gab es im vergangenen Jahr zwischen Westenholz und Schwarmstedt 4206 Kilometer Stau mit einer Gesamtdauer von etwa 40 Tagen, zwischen Mellendorf und Berkhof in der Region Hannover kamen 2291 Kilometer und 26 Tage zusammen.

Laut der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist der Streckenabschnitt etwas mehr als 18 Kilometer lang. Die Autobahn 7 weise hier „eine sehr hohe Verkehrsbelastung von zirka 90 600 Kfz pro Tag und einen hohen Schwerverkehrsanteil von zirka 16 Prozent – zirka 14.300 Lkw pro Tag – auf“.

Die Grunderneuerung sei notwendig, da der zwischen 1985 und 1987 sechsspurig ausgebaute Abschnitt nicht mehr den Beanspruchungen durch die gestiegenen Verkehrsmengen, besonders durch den Schwerlastverkehr, gewachsen sei und auch die Schutzeinrichtungen nicht mehr den Anforderungen entsprächen.

Spitzenreiter A1 besonders bei Osnabrück

Während die A7 auf 43.672 Kilometer Stau und damit 60 Prozent mehr als im Vorjahr kommt, belegt in Sachen Gesamtstaulänge die A1 in Niedersachsen den „Spitzenplatz“ mit 44.809 Kilometern (plus 52 Prozent). „Spitzenreiter“ ist der Abschnitt zwischen Kreuz Lotte/Osnabrück und Osnabrück Hafen: 6509 Kilometer Staugesamtlänge mit insgesamt 91 Tagen Dauer stehen hier in der Datenbank. Dann folgen Dreieck-Stuhr bis Bremen-Brinkum mit 5157 Kilometern und 40 Tagen vor dem Abschnitt nach Bremen-Arsten mit 3845 Kilometern und 26 Tagen.

A2 – die Staufalle in der Region Hannover

Die A2 brachte es immerhin noch auf 40.294 Kilometer – hier gab es 10.301 Staustunden, das macht umgerechnet etwas mehr als 429 Tage Stillstand auf Abschnitten dieser Ost-West-Achse. Die meisten Staus gab es zwischen Hämelerwald und Lehrte-Ost, wo 3109 Kilometer zusammen kamen und die Fahrzeuge zusammengenommen entsprechend gut 27 Tage im Stehen verbringen mussten. Zwischen Wunstorf-Kolenfeld und Bad Nenndorf war es mit 1980 Kilometern und 16 Tagen schon deutlich weniger und ähnlich viel wie zwischen Wunstorf-Luthe und Garbsen mit 1854 Kilometern und 13 Tagen, weil hier die Mittelschutzplanken erneuert wurden. Für die A 2 gilt, besonders im Raum Lehrte: es gab in den Baustellen viele Lkw-Unfälle.

Die Aussichten für 2019

Die gute Nachricht: „Die A2 ist derzeit baustellenfrei und die nächste Maßnahme nicht in Sicht“, erklärt Alexandra Kruse vom ADAC in Niedersachsen. Die weniger gute: Es wird in diesem Jahr wohl nicht viel anders sein, denn insgesamt „erwarte wir ähnlich große Probleme wie 2018“, sagt Kruse. Denn Fakt sei: „Alle acht bis zehn Jahre muss saniert werden, damit die Schäden nicht zu groß werden“ – und daher seine ständig irgendwelche Autobahnabschnitte „halt dran“.

Gründe für die Zunahme im abgelaufenen Jahr sind laut dem Autoklub etwas mehr Baustellen und laut Bundesanstalt für Straßenwesen eine leicht höhere Fahrleistung. „Stautag Nummer 1“ war laut ADAC diesmal der Mittwoch, doch Donnerstag, Freitag und Dienstag seien „ähnlich schlechte Reisetage“ gewesen.

Der staureichste Tag des Jahres 2018 war demnach Donnerstag, 28. Juni. An diesem Tag vermengte sich laut dem Autoklub der Berufs- mit dem Reiseverkehr: In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt begannen die Sommerferien. Der Verkehr staute sich an diesem Tag auf insgesamt 13.000 Kilometern.

Von Ralph Hübner

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