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Meine Stadt Hannover: Die Migranten-Schere
Hannover Meine Stadt Hannover: Die Migranten-Schere
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10:50 12.07.2016
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Hannover

Von Anfang 2015 bis Anfang 2016 stieg die Zahl der Migranten in Mühlenberg von 4096 auf 4719. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung im Stadtteil stieg damit um 4,1 Prozentpunkte. Besonders hohe Migranten-Anteile gibt es auch in Vahrenheide (56,3 Prozent) und Hainholz (51,7 Prozent). Zum Vergleich: In Waldheim lag die Zunahme bei gerade einmal 0,3 Prozentpunkten.

CDU-Fraktionschef Jens Seidel fordert deshalb mehr Sozialwohnungen in Stadtteilen, in denen bisher wenig Flüchtlinge leben. Das will auch Linken-Migrationsexpertin Gunda Pollok-Jabbi. „Wir brauchen mehr günstige Wohnungen. Sonst kann es sich gar nicht mischen“, sagt sie. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke ist ebenfalls der Ansicht, „dass wir auch in hochpreisigen Gebieten bezahlbare Wohnungen schaffen müssen, um Ballungen zu vermeiden“.

Grundsätzlich sieht die Politik den Zustrom von Migranten in die Stadt allerdings positiv. Allein von 2011 bis 2016 stieg der Anteil in Hannover von 25,1 auf 29,3 Prozent an. Bei den unter 18-Jährigen liegt er schon bei fast 50 Prozent (NP berichtete).

„Diese Vielfalt bereichert die Stadt“, sagt Lars Kelich, migra-tionspolitischer Sprecher der SPD. Migranten trügen dazu bei, dass Hannover eine wachsende Stadt sei: „Das ermöglicht es uns, in die Infrastruktur zu investieren.“ Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis ist überzeugt, dass Hannover „ohne Menschen aus anderen Ländern deutlich langweiliger wäre“. Sie verweist aber auch „auf das höhere Armutsrisiko“ bei Mi-
granten, dem die Stadt durch eine gute Infrastruktur und Angebote wie Sprachkurse entgegenwirken müsse.

Ein Feld, auf dem aus Sicht von CDU-Mann Seidel zu wenig passiert. „Es kann nicht sein, dass Migranten sechs Monate auf einen Sprachkurs warten“, kritisiert er. Sprache sei „Dreh- und Angelpunkt für die Integration“, sagt Seidel. Er hält es „für verheerend, dass viele Türkischstämmige aus der zweiten Generation kaum Deutsch sprechen“. Deshalb sei es „unverzichtbar, dass wir den Zuwanderern auch ganz klar sagen, was wir von ihnen erwarten“, sagt Seidel.

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