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Schule

Hannover: Der Kampf gegen den Verfall

Herkulesaufgabe für die Stadt: 60 Prozent der Schulgebäude in Hannover sind so alt, dass sie dringend saniert werden müssen. Auf 740 Millionen Euro beziffert die Stadt den Bedarf in den kommenden Jahren. Da nicht alle Schulen auf einmal saniert werden können, gibt es Prioritäten. Ein offenbar endloses Projekt.

Hannover. Problemfall Johannes-Kepler-Realschule in Oberricklingen: Die Toiletten sind jahrzehntealt, mangels Lärmschutz hallt es laut durch die Flure, Fachräume sind veraltet, für den verpflichtenden Hauswirtschaftsunterricht fehlt eine Küche. „Unsere Schule ist den heutigen Gegebenheiten nicht mehr angemessen“, sagt Rektorin Gudrun Hubrig. Pech für ihre Schule: Das sind alles keine Mängel, die unter Pflichtaufgaben, Sicherheit und Brandschutz fallen – und deshalb taucht die Johannes-Kepler-Realschule in dem vom Rat im Dezember verabschiedeten Investitionsprogramm der Stadt bis 2019 auch nicht auf.

Der Rektorin müsste es deshalb in den Ohren klingeln, wenn sie hört, dass die Sanierung von Schulgebäuden und deren Ausstattung für die Stadt seit Jahren eine hohe Priorität genieße, so wie es Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski unisono gestern verkündeten. Man habe etwa Fachräume, WCs oder Sporthallen saniert und in den Bau von Mensen, Betreuungs- und Rückzugsräumen für den Ganztagsschulbetrieb investiert, ebenso in die Einhaltung von Baunormen und den Brandschutz – zusammen 375 Millionen Euro von 2006 bis 2015.

„Auch die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums zum Schuljahr 2020/21 erhöht den Bedarf an Schulräumen“, so Rita Maria Rzyski. Ebenfalls ein Faktor bei der Prioritätensetzung: Mit der Einführung des Inklusionsgesetzes zum Schuljahr 2013/14 wurden verschiedene Schulen barrierefrei umgebaut. Und durch den Zuzug vieler junger Familien mit Kindern in den vergangenen Jahren habe die Stadt einige Schulen entsprechend erweitern oder neu bauen müssen. „Dadurch rutschen einige Schulen in der Priorität nach unten“, so die Wirtschaftsdezernentin, „wir haben immer Schulen, die einen Sanierungsbedarf aufweisen, denn das Leben geht weiter. Es ist eine Daueraufgabe.“ Erschwerend kommt in diesen Jahren hinzu, dass etwa 60 Prozent der Schulgebäude zwischen 1950 und 1979 gebaut worden und auf einen Schlag sanierungsbedürftig seien.

Tegtmeyer-Dette rechnete vor, dass die Stadt im Investitionsprogramm bis 2019 gut 226 Millionen Euro festgeschrieben habe – mehr als 55 Millionen Euro im Jahr: „Das sind etwa 20 Millionen Euro mehr im Jahr als im Schnitt der Jahre 2006 bis 2015.“ In diesem Zeitraum habe die Stadt insgesamt gut 375 Millionen Euro in die Schulen investiert. Mit diesen Summen und den geplanten 400 Millionen aus dem Investitionsmemorandum der Stadt belaufen sich die Ausgaben der Stadt für die 104 Schulen und 153 Gebäude bis 2026 damit auf – fast eine Milliarde Euro.


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