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Meine Stadt Hohes Risiko am Deisterkreisel
Hannover Meine Stadt Hohes Risiko am Deisterkreisel
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20:59 08.10.2018
Hier wird’s einspurig: An der Göttinger Straße ist eine Spur sowie der Radweg gesperrt – für eine Fensterreinigung. Quelle: Foto: Petrow
HANNOVER

Vor wenigen Tagen konnte Karl-Heinz Sander in der NP lesen, dass am Deisterkreisel ein weißes Mahnfahrrad („Ghostbike“) aufgestellt wurde, weil hier ein Fahrradfahrer durch einen noch ungeklärten Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Jetzt erlebt er, dass genau hier eine neue Hochrisikosituation geschaffen wurde – wegen Fensterreinigungsarbeiten.

Kurz nach der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr in die Göttinger Straße wird es nun plötzlich einspurig – weil die rechte Fahrbahn gesperrt ist, damit dort eine Reinigungsfirma die Fenster der ehemaligen Hanomag-Fabrik saubermachen kann. Und das an einer Stelle, an der die meisten Autofahrer aus dem Kreisel heraus beschleunigen. Die Wirkung der Engstelle hat Sander selbst erfahren, als er mit dem Auto diese Strecke fuhr. „Was für eine Gefahrenstelle“, sagt er und fragt: „Kann man die Fenster nicht anders putzen? Kann die Stadt da nicht eine Auflage machen: von oben, per Fensterputzanlage etwa, wie anderswo?“ Nach NP-Informationen rückt die Reinigungsfirma mit ihrem „Steiger“-Fahrzeug zweimal im Jahr im Auftrag des Gebäudeeigentümers, einer Investmentgesellschaft, an dieser Stelle an. Zu den zahlreichen Mietern zählen etwa Hannoverimpuls und der Geocaching-Spezialist Geheimpunkt und Windwärts.

Stadt will Hinweis prüfen

Aufgestellt hat die Absperrung der Baustellen-Absperrservice (B.A.S.) aus Hannover – im Auftrag der Reinigungsfirma, und zwar so, wie es die zuständige Straßenbehörde nach Anfrage vorgegeben habe. Zuständig ist hier die Stadt (obwohl es eine Bundesstraße ist). Die erklärt auf NP-Anfrage: Ja, haben wir angeordnet – Danke für den Hinweis, wir werden dem jetzt nachgehen und prüfen, ob wir da etwas ändern müssen. Man habe die Beschilderung womöglich „etwas zu kurz aufgestellt“.

Die NP hat sich die Situation angeschaut – und zeigt in einem kurzen Video auf ihrer Internetseite www.neuepresse.de, dass es quasi ein Wunder ist, dass bisher noch kein Unfall passiert ist. Denn immer wieder kommt es zu abrupten Brems- und Lenkmanövern, wenn Fahrzeuglenker merken: Hier geht es nicht so weiter wie erwartet. Und besonders brisant: Radfahrer werden auch noch angehalten, hier die Fahrbahn zu benutzen – ein lebensgefährlicher Ratschlag.

Von Ralph Hübner

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