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David Garrett verbindet auch in Hannover Klassik mit Rock.© Wilde

Konzert

Hannover: David Garrett rockt die TUI-Arena

Rock die Stradivari: Crossoverstar David Garrett begeisterte Donnerstag Abend 11 000 Fans in der seit Monaten ausverkauften TUI-Arena.

Von Henning Queren

Grunge auf der Geige, das geht, das geht sogar unglaublich gut. „Smells like Teen Spirit“, Nirvana, gleich mal so zum Auftakt. David Garrett schreitet geigend durchs Publikum. So, wie man ihn kennt. Beuteljeans, Silberkette und pfundschwere Ringe an den Fingern.

Die aber beim Runterschlittern der ganz kleinen Noten überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Dann mal kurz Beethovens Fünfte angefiedelt: Gestern war in Hannover Start für die Crossover-Tour 2012. Die genau nach dem Erfolgsrezept der Crossover-Tour 2011 funktioniert, auf der Garrett im Oktober schon in der ebenfalls ausverkauften TUI-Arena war.

Mit ähnlichen oder gleichen Zutaten zum gut abgestimmten Rock-Mix. Neu ist diesmal der „Bolero“ von Ravel, ramtataram, auf der Geige gefetzt und dann gleich im Reißverschlussverfahren auf „Live and Let Die“, vom Klassiker auf Rock um-switchen: Darin liegt das Geheimnis von David Garrett, damit kriegt er sein Publikum. Teenies, die einfach hin und weg sind vom „sexiest violinist alive“, aber eben auch die Kaffee-und-Kuchen-Generation, die unverhofft dem drogigen „Master of Puppets“ von Metallica begegnet.

Das ist alles nichts für Puristen, Leute, die mehr Interpretation als Präsentation wollen. Das hier ist Unterhaltung. Diese Vivaldi-Häppchen, neben den ganz zarten Sachen wie dem „Mondschein“ von Debussy, wo das Ganze ein wenig hakt. Garrett macht erstmal Schluss, geht allein nach vorn und spielt ein Solostück von Bach, vielleicht der schönste Moment des Abends.

Und er kann auch den Bubblegum-Rock, rauf-runter-rauf-runter mit Geige und E-Gitarre (von Garretts exzellenter Begleitband): „Rocking All over the World“ von Status Quo. Crossover überbrückt hier alles, Rock, Pop, bis hin zu verdaulichen Klassikhäppchen, die wirklich niemanden überfordern. Und wer sagt, dass man nicht auch Filmmusik auf einer Geige crossovern kann? Geht doch, wenn krachend der „Fluch der Karibik“ über den Piraten losgelassen oder per flinken Bogenstrich „Zorbas, der Grieche“ gemeinsam mit dem Publikum zum Tanzen gebracht wird. Zum zweistündigen Klangzauber gehören dann noch echte Reißer wie ein Michael-Jackson-Medley und „Musica E“ von Eros Ramazzotti, bei dem Garretts Saiten noch mehr schmachten als die Stimmbänder des Italo-Barden.

Aber es geht auch härter, deutlich härter, wenn die Stradivari einen auf E-Gitarre macht: „Kashmir“ von Led Zeppelin ist einer der Höhepunkte. An diesem Abend wird weder an Show-Feuerwerk noch am Sound gespart, Band und verstärkte Gitarre sind einander perfekt zugemischt, das vergleichsweise groß besetzte Orchester (Neue Philharmonie Frankfurt) gibt dabei den analogen Background-Synthi. Im Preis mit drin sind die gewohnt launigen Zwischenmoderationen. Pleiten, Pech und Pannen im Tourneealltag: Garrett plaudert über verdächtige Wasserflecken auf der Hose, Kotzereien nach schnellen Autofahrten und nette Begegnungen mit jungen Frauen. Das Publikum war auch nett und feierte den Grunge-Geiger mit stehenden Ovationen.


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