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SCHLUSS AM ENDE DES JAHRES:Das „Pindopp“ am AltenbekenerDamm existiert seit 1981. Vorkurzem wurde die Immobilieverkauft. Eine „Extrablatt“-Filialesoll nachkommen.Foto: Thomas

Ende: Das "Kalabusch" in der Südstadt macht zu.© Frank Wilde

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Gastronomie

Hannover: Das Sterben der Kult-Kneipen geht weiter

Jetzt schließt auch noch das "Kalabusch" in Hannovers Südstadt. Das Sterben der Kult-Kneipen geht weiter.

Hannover. Schon wieder ist eine Kult-Kneipe in der Stadt Vergangenheit: Das Kalabusch in der Südstadt ist endgültig Geschichte. Wirt Jörg Nagy hat am Dienstag das Kneipenschild abmontiert, nachdem er am vergangenen Wochenende zum letzten Mal geöffnet hatte. „Jetzt gehts nicht mehr, die laufenden Kosten habe ich nicht mehr reingeholt“, sagt der 52-Jährige. Das Ende eines schleichenden Prozesses, der schon vor elf Jahren eingesetzt hatte - Nagy hatte als damaliger Stammgast das „Kalabusch“ als Teilzeitwirt abends geführt, weil sich damals kein Nachfolger gefunden hatte. Im Hauptberuf ist er Chemiker bei BASF.

Die Liste der Traditionskneipen, die allein in diesem und im vergangenen Jahr aus unterschiedlichsten Gründen aufhörten oder noch aufhören, ist lang: „Philharmonie“ am Theodor-Lessing-Platz, „Schaukelstuhl“ im Zooviertel, „Spiegel“ in der Südstadt, „Vater & Sohn“ in der City, „Dornröschen“ in Linden an der Leine. Zuletzt überraschte das Aus vom „Pindopp“ (NP berichtete) zum Ende des Jahres, die Immobilie ging an einen neuen Besitzer. Immerhin: Das „Pindopp“ will an anderer Stelle weitermachen, eine Location ist allerdings noch nicht gefunden.

Das große Kneipensterben - für den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ein Prozess, der vor vielen Jahren eingesetzt hat und sich bis heute fortsetzt. „Den typischen Kneipengänger, der sich nach Feierabend hinsetzt und drei Bier und einen Korn trinkt, den gibt es nicht mehr“, sagt Kirsten Jordan, die Dehoga-Geschäftsführerin für den Bezirk Hannover. In der Gastronomie habe ein Wertewandel stattgefunden, den einige Wirte offenbar nicht mitgegangen seien. „Wenn ein Gästekreis abnimmt, muss man sich einen neuen aufbauen. Wenn ein Wirt dies nicht macht, kann er auf der Strecke bleiben“, so Jordan.

Der Systemgastronomie falle es gegenüber dem „Einzelkämpfer Kneipenwirt“ leichter, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. „Man hat ein Konzept, das man konsequent durchsetzt und das auf Masse und junge Leute abgestimmt ist“, sagt die Dehoga-Geschäftsführerin. Als Beispiele nannte sie Extrablatt, Bar Celona oder das Café del Sol auf. Diese Ketten hätten zudem den Vorteil, dass sie Arbeit und Kosten bündeln könnten. „Durch die Masseneinkäufe lassen sich Synergien nutzen“, so Kirsten Jordan.

Laut einer noch immer gültigen Auflistung des Dehoga Deutschland für die Jahre 2001 bis 2010 - neuere Erhebungen gibt es nicht - haben in Niedersachsen in diesem Zeitraum 4052 Kneipen dichtgemacht, das ist jede vierte. „Dieser Trend hat sich nicht geändert“, sagt die Dehoga-Geschäftsführerin.

Jörg Nagy wollte sich schon länger vom „Kalabusch“ trennen, mehrfach stand das Lokal vor einem Pächterwechsel. Es scheiterte aber immer wieder an vertraglichen Dingen. Zum 31. Juli will er die Räumlichkeit nun besenrein übergeben und dann keine Miete mehr zahlen, obwohl sein Vertrag noch bis Ende September läuft. Mit dem Vermieter hat sich Nagy überworfen, inzwischen reden nur noch die Anwälte miteinander.

Als Kalabusch-Nachfolger ist das „Gerstenkorn“ aus der Südstadt im Gespräch. Das „Gerstenkorn“ muss seine Räumlichkeiten verlassen.


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