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Die alten Produktionsgebäude der Conti.

Die alten Produktionsgebäude der Conti.
 © Christian Behrens

Wasserstadt Limmer

Hannover: Conti-Bauten droht der Abriss

Die noch erhaltenen Produktionsgebäude der Conti auf dem Gelände sollten so etwas wie das Gesicht der Wasserstadt sein. Weithin sichtbar, schick saniert für die Nutzung als Wohnraum oder Büros. Doch bisher gibt es kein Mittel gegen die Giftstoffe in den historischen Gebäuden. Ein Experte hat „wenig Hoffnung“ auf Erhalt

Hannover.  Die noch erhaltenen Produktionsgebäude der Conti auf dem Gelände sollten so etwas wie das Gesicht der Wasserstadt sein. Weithin sichtbar, schick saniert für die Nutzung als Wohnraum oder Büros. Eine Verbindung zwischen Geschichte und dem Neuen sollten sie schaffen, das auf der Fläche in Limmer entsteht. Ein Traum, der nun zu platzen droht. Mittlerweile wird immer deutlicher, dass es offenbar kein Mittel gibt, um das Schadstoff-Problem in den alten Bauten in den Griff zu bekommen.

„Ich habe nur noch wenig Hoffnung, dass sie erhalten bleiben können“, sagt der Bauhistoriker Sid Auffarth. Als Mitglied der Sanierungskommission in Limmer hatte er immer für den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude gekämpft. Und tatsächlich wurde viel versucht, um in diesen sinnvolle Nachnutzungen zu ermöglichen. Die Wasserstadt Limmer Projektentwicklung GmbH ließ Proberäume testweise mit Folie abkleben, um diese frei von den krebserregenden Nitrosaminen zu halten, einem Rückstand der Reifenproduktion in den Gebäuden. Auch mit Aktivkohle-Tapeten wurde experimentiert. Vergeblich.

„Das Problem ist, dass es keine Grenzwerte für Nitrosamine gibt. Sobald diese nachgewiesen sind, hat man ein Problem“, erklärt Auffarth. Und das habe man auch durch verschiedene Versuche nicht in den Griff bekommen. Auch Martin Pietsch, Geschäftsführer der Wasserstadt Limmer Projektentwicklung, hält den Erhalt der Gebäude für „sehr schwierig“. Das liege nicht nur an den Nitrosaminen, sondern auch an der Statik der Bauten.

Zunächst einmal bleiben die Gebäude allerdings trotzdem stehen. Sie sind auch wichtig für den Lärmschutz der Häuser, die ab 2018 im ersten Bauabschnitt entstehen sollen. „Die Möglichkeiten einer geeigneten und tragfähigen Nutzung für das ehemalige Fabrikgebäude sind noch nicht abschließend geklärt“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Er verweist auf das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz, in dem es eine Erhaltungspflicht für den Eigentümer gibt.

Allerdings gibt es Ausnahmen. Sie kommen zum Tragen, wenn der Erhalt nicht zumutbar ist, zum Beispiel, weil es keine Möglichkeit der Nachnutzung gibt. Und danach sieht es derzeit aus.

Bauhistoriker Auffarth hofft, dass vielleicht doch noch neue technische Verfahren entwickelt werden, um das Problem mit den Nitrosaminen in den Griff zu bekommen. „Ich denke, dass wir noch fünf Jahre Zeit haben“, schätzt er. Seine Recherchen hätten aber ergeben, dass „derzeit keine Lösung in Sicht ist“.

Von Christian Bohnenkamp


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