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Meine Stadt Hannover: City-Räuber gesteht Taten
Hannover Meine Stadt Hannover: City-Räuber gesteht Taten
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00:23 23.07.2015
Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Bei seinen Raubzügen mit einer Spielzeugpistole (unter anderem auf Horstmann & Sander und Reno-Schuhe in der Schillerstraße) machte er innerhalb eines Monats 4400 Euro Beute. Richter Stefan Joseph: „So viel haben Sie sicher früher nicht im Beruf verdient. Was haben Sie mit dem Geld gemacht?“ Der Angeklagte: „Ich habe Sachen gekauft.“ Auch auf beharrliches Nachfragen des Richters kommt nicht mehr vom Angeklagten.

Vor den Raubüberfällen war der Mann bereits fast ein Jahr wohnungslos gewesen. „Ich habe bei Freunden gewohnt und mich mit kleinen Gaunereien über Wasser gehalten“, verliest Anwalt Dirk Schoenian eine Erklärung des Angeklagten. Namen und Adressen wolle er nicht nennen, weil er seine Freunde nicht „mit reinziehen“ wolle. Der Angeklagte hat einen Schulabschluss und eine Ausbildung zum Bäcker.

Wie konnte er zu Hannovers meistgesuchtem Verbrecher werden? 1990 habe sich sein Bruder umgebracht. Aus Schuldgefühlen verübte sein Vater ein Jahr später ebenfalls Suizid. „Das hat mich aus der Bahn geworfen. Ich bin immer wieder straffällig geworden“, heißt es in der Erklärung des Angeklagten.

Doch die Liebe führte ihn wieder auf den richtigen Weg. Bis zur Scheidung 2013. „Das war meine Schuld“, so Oliver K. Dann begann ein atemberaubender gesellschaftlicher Abstieg: Arbeit weg (die Firma machte Ende 2013 dicht), Wohnung weg. All seine Sachen habe er in der Wohnung gelassen. Er beantragte nicht einmal Arbeitslosengeld. Seit April 2014 war Oliver K. mittellos: „Da habe ich mich selbst aufgegeben.“

Dann kam er auf die fatale Idee, das Geld mit der Pistole zu kassieren. Am 10. Februar überfiel er „McGeiz“ am Raschplatz. Beute: 1450,50 Euro. „Die Überfälle waren spontan, ohne große Vorbereitung“, sagt der Angeklagte. Das stimmt nicht ganz: Er ging immer kurz vor Feierabend in die Geschäfte, vorher nahm er noch die Brille ab und setzte sich die markante Mütze auf. Fellmütze und Jacke versteckte er anschließend in einem Schließfach. Als die Polizei in der City ihr Aufgebot verstärkte, wich K. auf Stadtteile wie Vahrenwald oder Kleefeld aus.

Als er am 9. März in Döhren nach einem Überfall auf Kik (Beute: 305 Euro) von einer Streife gestellt wurde, sagte er nur: „So, jetzt habt ihr den Richtigen“, und ließ sich widerstandslos festnehmen. Weiter am Freitag.

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