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Meine Stadt Hannover: Chaos durch Elterntaxis
Hannover Meine Stadt Hannover: Chaos durch Elterntaxis
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00:15 16.06.2016
ALBERT-SCHWEITZER-SCHULE:Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zurSchule fahren, sorgen jeden Morgenfür riskante Situationen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Das Bild um kurz vor acht ist täglich das gleiche: Zahlreiche Eltern chauffieren ihre Kinder mit dem Auto zur Grundschule. Autos halten im Sekundentakt, wenden oder drängeln, Autotüren gehen auf, Kinder springen raus, Fahrzeuge rasen davon. Fast alle Grundschulen leiden unter dem Problem Elterntaxi. Die Albert-Schweitzer-Schule in der Liepmannstraße (Limmer) oder die Grundschule Wasserkampstraße (Kirchrode) sind nur zwei Beispiele für diesen Irrsinn.

Thorsten Hass‘ (52) Tochter besucht die 3. Klasse der Ganztagsschule in Limmer. Täglich beobachtet er das „gefährliche Schauspiel“ in der ausgewiesenen Fahrradstraße. Vor knapp drei Jahren erfasste ein Elterntaxi eine Mutter direkt vor der Schule; die Frau wurde leicht verletzt. Vor wenigen Wochen geriet ein Kind, das auf eine andere Schule geht, unter ein Auto. Leicht verletzt. „Was sich hier jeden Morgen für chaotische Szenen abspielen, würde ganze Bücher füllen“, sagt der Tischlermeister. Dabei sei es einfach, die Gefahr zu bannen, so der Vater: „Die Eltern müssen nur auf dem Parkplatz des Fössebads parken statt direkt vor der Schule.“ Doch diese kaum 100 Meter Fußweg seien den meisten offenbar zu viel. „Anders kann ich mir diese Ignoranz nicht erklären.“

Trotz der gefährlichen Situationen hat der Schulwegplaner der Stadt den Bereich vor der Albert-Schweitzer-Schule als „ungefährlich eingestuft“. Begründung: Die Liepmannstraße sei eine Sackgasse und keine Durchgangsstraße. „Der Straßenverkehr ist somit eher gering. Sollte es dort zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr kommen, sind auch die Eltern in der Pflicht, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu hinterfragen“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Zudem müsse „gemäß Schulwegplan kein Kind die Straße queren“, so Demos. Und doch scheitert das erklärte Ziel der Stadt, dass möglichst viele Kinder zu Fuß zur Schule kommen, weiterhin. An den Eltern.

Geht es nach den Wünschen des Lehrerkollegiums würde die Sackgasse komplett für Autos gesperrt werden. Doch alle Vorschläge der Schulleitung lehnte die Verwaltung bisher ab. Versenkbare Poller etwa. Auch die eingeschränkte Halteverbotszone vor der Schule stellte die Stadt wieder ein. Demos: „Sollte erneut eine eingeschränkte Halteverbotszone gefordert werden, wäre das zu prüfen.“

Unterdessen steigt bei Lehrern und eben jenen Eltern, die sich an Verkehrsregeln halten, der Unmut: „Dieses rein egoistische Verhalten einiger Eltern muss ein Ende haben“, heißt es etwa aus dem Kollegium. Es dürfe nicht ausschließlich um die Sicherheit des eigenen Kindes gehen, sondern Eltern sollten alle Kinder im Blick haben. Thorsten Hass kann vorerst also weiter nur warten, zuschauen und hoffen, dass alles gut geht. Eine Frage stellt er sich jedoch immer öfter: „Muss hier erst ein Kind tot gefahren werden, bis was getan wird?“

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