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Axel von der Ohe

Axel von der Ohe

Wahl am 18. Mai

Hannover: CDU lehnt Neu-Kämmerer ab

Mit seiner Präsentation bei den Ratsfraktionen ist Axel von der Ohe fast durch. OB Stefan Schostok hat den 39-jährigen als künftigen Stadtkämmerer vorgeschlagen.

Hannover.  Wenn er was richtig gut kann, dann gehören Vorstellungsrunden inzwischen dazu. Axel von der Ohe, designierter Kämmerer der Stadt Hannover, hat sich den Ratsfraktionen präsentiert. Dienstagabend war er bei der CDU zu Gast.

„Wir werden ihn nicht unterstützen“ lautet das Urteil von Fraktionschef Jens Seidel. Man habe mehr er­wartet; großes Wissen über die Fachbereiche bringe der Bewerber nicht mit. Auch wenn er sich gut darstelle.

Den souveränen Auftritt lobt auch SPD-Ratschefin Christine Kastning: „Von der Ohe ist kompetent und überzeugend.“ Als „aufgeschlossen und zuverlässig“ empfindet Kollegin Freya Markowis von den Grünen den derzeitigen Leiter der Zentralen Steuerung bei der Region Hannover. „Er antwortet präzise auf Fragen und verzichtet auf Schwafeleien“, sagt Wilfried Engelke (FDP).

Am Anfang seien die Liberalen durchaus skeptisch gewesen, räumt ihr Fraktionschef ein. Als Nachfolger für Marc Hansmann (jetzt im Vorstand der Stadtwerke Hannover) habe man sich eher einen Volks- oder Betriebswirt gewünscht. Der wahrscheinlich künftige Kämmerer, ein gebürtiger Wolfsburger, hat in Hannover Politische Wissenschaften und Deutsche Literaturwissenschaft studiert und zum Dr. phil. promoviert.

Durch die Aufgaben bei der Region, allen voran die Koordination wichtiger Stabs- und Querschnittsaufgaben sowie Projekten von grundsätzlicher strategischer Bedeutung, bringe der Lindener erforderliches Wissen ein, meinen seine Ge­sprächspartner.

„Im Ordnungsbereich fehlt ihm noch Erfahrung“, findet Adam Wolf, Vize der Linken/Piraten. Dem 39-jährigen sei aber viel zuzutrauen: „Er ist klug und karrierefixiert.“ Bei Linken-Ratschef Dirk Machentanz sind kritischere Töne zu hören. Ihm missfällt, dass Axel von der Ohe das Modell öffentlich-privater Partnerschaft bei Projektfinanzierungen unterstütze. Ob sich das in einem Nein bei der Wahl durchschlägt (ge­plant für den 18. Mai im Rat), sei noch nicht entschieden: „Wir wollen ihm nicht die Chance verbauen.“

Marc Hansmann war 2006 in geheimer Wahl von 51 der 62 anwesenden Ratsmitglieder gewählt worden. Von der Ohe kann wahrscheinlich mit allen Stimmen der SPD (20), der Grünen (zehn) und der FDP (drei) plus Stimmen von Linken/Piraten und AfD rechnen. Deren Ratsvize Reinhard Hirche berichtete, nach einstündiger Diskussion „über Weltpolitik bis zu Stadtpolitik“ habe man einen „angenehmen Eindruck“ vom künftigen Dezernenten.

Von Vera König


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