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Meine Stadt Hannover: Bunker-Abriss nervt
Hannover Meine Stadt Hannover: Bunker-Abriss nervt
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06:16 30.06.2012
WIRD UM SEINEN SCHLAF GEBRACHT: Turn-Ass Andreas Toba. Sein Zimmer liegt direkt an der Straße, an der das Unternehmen Hochtief einen Weltkriegsbunker abreißt. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Es donnert, dröhnt und staubt, der Boden vibriert und die Wände wackeln. „Ausgerechnet jetzt ist es besonders schlimm“, sagt Andreas Toba. Ausgerechnet jetzt, wo sich entscheiden wird, ob das 21-jährige Turn-Ass aus Hannover nach London zu den olympischen Spielen fahren wird, geht es beim Bunkerabriss in der Lönsstraße im Zooviertel besonders heftig zur Sache.

Die Firma Hochtief lässt den Betonkoloss aus dem Zweiten Weltkrieg abreissen, will dort ab September Luxuswohnungen in bester Wohnlage errichten. Eigentlich ist der Bunker schon fast abgetragen. Probleme macht aber eine meterdicke Bodenplatte, die mühsam entfernt werden muss – mit dicken Bohrern, Sprengstoff und großen an Baggern befestigten Felsenhammern. „Es nervt ganz schön. An Mittagsruhe ist nicht zu denken. Ich muss zu Freunden oder meinem Vater ausweichen“, berichtet Toba, der zwischen den anstrengenden Trainingseinheiten Erholung benötigt. „Optimal ist das derzeit sicher nicht. Am Wochenende wird sich in Frankfurt entscheiden, ob ich tatsächlich nach London fahre“, sagt Toba.

Er ist nicht der einzige, der unter dem seit Anfang des Jahres laufendem Abriss leidet. Ralf Duballa (45) arbeitet im Schichtdienst als Justizbeamter. Er muss deshalb auch tagsüber schlafen. „Ich musste schon ein paar Mal Dienste tauschen, weil ich vorher einfach nicht genug Schlaf bekommen habe“, berichtet Duballa. Auch Ludwig Meyer, ehemaliger SPD-Ratsherr und Anwohner aus der Ellernstraße, hat die Nase voll. Er glaubt, dass die Abrissarbeiten viel lauter sind, als sie in einem Wohngebiet sein dürfen. „Wir haben über 100 Dezibel gemessen. Das ist kaum zu ertragen“, klagt er.

Laut der für den Lärmschutz zuständigen Region werden zwar ab und zu Richtwerte überschritten. Diese seien jedoch keine verbindlichen Grenzwerte. „Einen Bunker kann man leider nicht ohne Lärm abreißen“, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. Ohnehin hat der Abrissterror bald wohl ein Ende. „Die Sprengarbeiten und der Abbruch des Bunkers sind in etwa zweieinhalb Wochen abgeschlossen“, versichert Hochtief-Sprecherin Gabriele Stegers. Turn-Ass Andreas Toba glaubt ohnehin nicht, dass der Abriss des Betonkolosses seine Olympia-Teilnahme kosten wird. „Der erste Qualifikationswettkampf ist schon gut gelaufen. Jetzt noch so ein Wettkampf, und der Bundestrainer muss mich eigentlich mitnehmen.“

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