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Meine Stadt Bundesverdienstkreuz für Ulrike Weisang
Hannover Meine Stadt Bundesverdienstkreuz für Ulrike Weisang
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14:21 31.08.2018
FREUEN SICH: Christina Schlicker (stellvertretende Bürgermeisterin von Neustadt am Rübenberge), Preisträgerin Ulrike Weisang, Regionspräsident Hauke Jagau (von links). Quelle: Region Hannover / Claus Kirsch
Hannover

Hauke Jagau wollte ihre vielen Verdienste gar nicht einzeln aufzählen, so viel Zeit hatte der erkältete Regionspräsident gar nicht und außerdem befürchtete er, womöglich etwas falsch zu erzählen. Aber man kann sich gut vorstellen, dass die Frau, der er am Donnerstagvormittag das Bundesverdienstkreuz überreichte, jede Menge Verdienste hat. Ulrike Weisang, 75 Jahre jung, in gleichem Maße quirlig, freundlich, sozial und politisch engagiert, lebensfroh und sicher auch hartnäckig.

Wenn man so tickt, wo ist man dann besser aufgehoben als im Sozialverband Deutschland (SoVD), der die Interessen sozial schwacher, behinderter und alter Menschen vertritt? 1998 hieß der Verband noch Reichsbund, als die damalige Oberamtsrätin eintrat, „weil ich hervorragende Informationen für meine Mitarbeiter dort bekam“. 2000 wurde die gebürtige Hannoveranerin, Mutter von zwei Kindern, im Ortsverband Neustadt am Rübenberge Vorsitzende und an einer Zahl kann man durchaus ablesen, wie engagiert Weisang diesen Ortsverband geführt hat: Innerhalb von 16 Jahren verdreifachte sie die Mitgliederzahl hier von 400 auf 1450 – wer weiß, was aus ihrer Partei SPD geworden wäre, wäre sie Parteichefin gewesen?

Unter anderem gründete sie in einem örtlichen Seniorenheim die SoVD-Flotten-Alten-Gruppe, die sie immer noch jeden Sonntag besucht, organisierte Ausflugsfahrten, jahreszeitliche Feiern und sorgte durch Info-Veranstaltungen und Vorträgen zu sozialen und sozialrechtlichen Problemen dafür, dass auch Bürger an Informationen kamen, die nicht in einem Verband organisiert sind. Für insgesamt 30 Jahre Engagement bedankte sich Jagau, „denn Menschen wie Ulrike Weisang sind die Motoren für das Gemeinwohl. Ohne solche Menschen wäre das Leben nicht mehr richtig schön“.

Ulrike Weisang, die seit 2016 nicht mehr SoVD-Chefin in Neustadt ist, kämpft weiter für die Schwächeren in der Gesellschaft. So machte sie in ihrer Dankesrede darauf aufmerksam, dass sich der Behinderten-Pauschbetrag in der jährlichen Steuererklärung seit 1995 nicht erhöht habe. „Alles wird teurer, aber hier passiert nichts“, empörte sie sich. Mit dem Pauschbetrag sind alle laufenden Kosten, die Behinderte haben, gemeint – sie müssen nicht einzeln nachgewiesen werden. Kaum zu glauben, dass diese sich nicht seit 1995 erhöht haben.

Auch sonst wird die kämpferische 75-Jährige weitermachen. Etwas, das sie sehr aufregt, ist die Gleichgültigkeit der Verantwortlichen und Verursacher gegenüber der Erderwärmung. Soziales, Schieflagen, Klimawandel –es gibt also weiter viel zu tun für Ulrike Weisang. Sie wirds sicher anpacken.

Von Petra Rückerl

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