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Meine Stadt Hannover: Bröckel-Rathaus löst Wut bei Ratsfraktionen aus
Hannover Meine Stadt Hannover: Bröckel-Rathaus löst Wut bei Ratsfraktionen aus
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00:16 21.04.2017
SCHÄDEN VIEL SCHLIMMER: Noch auf Jahre wird das Rathaus eingerüstet sein. Quelle: Droese
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HANNOVER

„Wir gönnen der NP jede exklusive Ge­schichte. Aber als Fraktionsvorsitzender aus der Zeitung zu erfahren, dass die Sanierung des Rathauses viel länger dauert und Millionen kostet, geht gar nicht.“ Jens Seidel, Chef der CDU im Rat, ist stocksauer wegen der Kommunikation im Rathaus. Bislang war nicht durchgesickert, dass die Komplettsanierung noch Jahre dauert und viel komplizierter ist als dargestellt.

Betroffen von bröckelnden Steinen ist nicht nur die schon eingerüstete Seite. Wahrscheinlich müssen alle Seiten überholt werden, plus die Kuppel. An den fünf seitlichen Giebeln seien 70 Prozent des Tuffsteins be­schädigt, hatte Claus Kleta vom städtischen Gebäudemanagement der NP gesagt.

Grund für die Schäden ist eine Überarbeitung des Gesteins im Jahr 1986. Das Tuffgestein wurde mit einer Hydrophobierung wasserabweisend gemacht. Über die Fugen aber drang weiter Nässe ein, die sich hinter der wasserundurchlässigen Schicht sammelte – und nun massiv nach außen drängt, so dass bis zu handflächengroße Stücke aus dem Gemäuer fallen.

„Ich will wissen, wer der Stadt damals diese fatale Sanierung empfahl“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, „womöglich arbeitet diese angeblichen Experte immer noch als Berater.“

Auch Jens Seidel will alle Unterlagen sehen. Er geht von Schäden in Millionenhöhe aus. „Die wirtschaftspolitischen Sprecher und die Fraktionsspitzen hätten da­rüber längst informiert werden müssen“, findet er.

„Das Ausmaß dieser Schä­den war mir nicht be­kannt, und auch nicht die Ursache“, so Lars Kelich, der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Rat. Da die Fassadensanierung über 30 Jahre her sei, sei eine Re­gressforderung, gegen wen auch immer, nicht mehr möglich. Kelich plädiert da­für, das Thema sachlich zu behandeln, und wollte der Stadt oder der ausführenden Baufirma keine Schuldzuweisungen machen. Er erwarte aber, dass die Verwaltung zur nächsten Bauausschuss-Sitzung über die Hintergründe berichte; „Bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit, neue Informationen einzuholen.“

Die Stadtverwaltung habe sicher ein eigenes Interesse daran, den Sachverhalt aufzuklären, so die erste Einschätzung von Elisabeth Clausen-Muradian, der Grünen-Bauexpertin. Bei der Bemessung einer Schuldzuweisung müsse man auch den Wissensstand von vor über 30 Jahren berücksichtigen: „Aber auch für mich war diese Entwicklung völlig neu, und wir wollen wissen, wie diese Art der Fassadensanierung damals zustande kam.“

Von Vera König, Andreas Voigt

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