Navigation:
SCHÄDEN VIEL SCHLIMMER: Noch auf Jahre wird das Rathaus eingerüstet sein.

SCHÄDEN VIEL SCHLIMMER: Noch auf Jahre wird das Rathaus eingerüstet sein.
© Droese

Kritik an Kommunikation

Hannover: Bröckel-Rathaus löst Wut bei Ratsfraktionen aus

Viel schlimmer als bislang bekannt: 1986 hatte die Stadt die Rathaus-Fassade über eine Hydrophobierung wasserabweisend gemacht. Über die Fugen drang aber weiter Wasser ein, das nun wieder nach außen drängt. Dass wohl alle vier Wände ausgebessert werden müssen, war den Ratsfraktionen so nicht bekannt. Die sind jetzt empört.

HANNOVER. „Wir gönnen der NP jede exklusive Ge­schichte. Aber als Fraktionsvorsitzender aus der Zeitung zu erfahren, dass die Sanierung des Rathauses viel länger dauert und Millionen kostet, geht gar nicht.“ Jens Seidel, Chef der CDU im Rat, ist stocksauer wegen der Kommunikation im Rathaus. Bislang war nicht durchgesickert, dass die Komplettsanierung noch Jahre dauert und viel komplizierter ist als dargestellt.

Betroffen von bröckelnden Steinen ist nicht nur die schon eingerüstete Seite. Wahrscheinlich müssen alle Seiten überholt werden, plus die Kuppel. An den fünf seitlichen Giebeln seien 70 Prozent des Tuffsteins be­schädigt, hatte Claus Kleta vom städtischen Gebäudemanagement der NP gesagt.

Grund für die Schäden ist eine Überarbeitung des Gesteins im Jahr 1986. Das Tuffgestein wurde mit einer Hydrophobierung wasserabweisend gemacht. Über die Fugen aber drang weiter Nässe ein, die sich hinter der wasserundurchlässigen Schicht sammelte – und nun massiv nach außen drängt, so dass bis zu handflächengroße Stücke aus dem Gemäuer fallen.

„Ich will wissen, wer der Stadt damals diese fatale Sanierung empfahl“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, „womöglich arbeitet diese angeblichen Experte immer noch als Berater.“

Auch Jens Seidel will alle Unterlagen sehen. Er geht von Schäden in Millionenhöhe aus. „Die wirtschaftspolitischen Sprecher und die Fraktionsspitzen hätten da­rüber längst informiert werden müssen“, findet er.

„Das Ausmaß dieser Schä­den war mir nicht be­kannt, und auch nicht die Ursache“, so Lars Kelich, der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Rat. Da die Fassadensanierung über 30 Jahre her sei, sei eine Re­gressforderung, gegen wen auch immer, nicht mehr möglich. Kelich plädiert da­für, das Thema sachlich zu behandeln, und wollte der Stadt oder der ausführenden Baufirma keine Schuldzuweisungen machen. Er erwarte aber, dass die Verwaltung zur nächsten Bauausschuss-Sitzung über die Hintergründe berichte; „Bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit, neue Informationen einzuholen.“

Die Stadtverwaltung habe sicher ein eigenes Interesse daran, den Sachverhalt aufzuklären, so die erste Einschätzung von Elisabeth Clausen-Muradian, der Grünen-Bauexpertin. Bei der Bemessung einer Schuldzuweisung müsse man auch den Wissensstand von vor über 30 Jahren berücksichtigen: „Aber auch für mich war diese Entwicklung völlig neu, und wir wollen wissen, wie diese Art der Fassadensanierung damals zustande kam.“

Von Vera König, Andreas Voigt


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Finden Sie, dass es im Stadion Bereiche geben soll, in denen Pyro erlaubt ist?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok