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Meine Stadt Hannover: Braucht Gesellschaft noch Kirche?
Hannover Meine Stadt Hannover: Braucht Gesellschaft noch Kirche?
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16:13 29.08.2018
EINBLICK: Die restaurierte Krypta von St. Clemens war gestern erstmals geöffnet (oben), Freitag wird sie eingeweiht. Auch Stefan Schostok und Doris Schröder Köpf warfen vor der Diskussion einen Blick in die Basilika. Quelle: Foto: Heusel
Hannover

Seit Januar laufen die Jubiläumsveranstaltungen zum 300. Geburtstag der St.-Clemens-Basilika unter dem Motto „Zukunft würdigt Geschichte". Da ist es nur passend, dass der diesjährige Jahresempfang der Katholischen Kirche in der Region Hannover am Mittwoch nicht nur unter demselben Motto stand, sondern auch in den Räumen der Jubiläumsgemeinde, im Tagungshaus St. Clemens, stattfand.

Der Blick auf die Zukunft unter Berücksichtigung der Vergangenheit durchzieht wie ein roter Faden die mehr als 70 Veranstaltungen zum Jubiläum. So auch dieses Mal. Doris Schröder-Köpf und OB Stefan Schostok, Schirmherrin und Schirmherr des Jubiläums, diskutierten auf dem Podium die zentrale Frage, ob die Gesellschaft heute noch Kirche, insbesondere die katholische brauche.

Eine Frage, die beide mit einem deutlichen Ja beantworteten. Wobei ihre Begründungen jeweils leicht unterschiedliche Akzente setzten. Schröder-Köpf, im katholischen Milieu Bayerns sozialisiert, betonte den weltoffenen Charakter der Katholischen Kirche als erste globalisierte Institution. Schostok als Stadtoberhaupt stärker im Kommunalen verwurzelt, sieht ihre Bedeutung besonders in Fragen der Zusammenarbeit vor Ort. Die Kooperation der unterschiedlichen Akteure in einer Stadt laufe in Hannover gerade dank der Kirchen auch im Rahmen des interreligiösen Dialogs so gut, wie er es noch nie erlebt habe.

Einig waren sich Schröder-Köpf und Schostok darin, dass insbesondere bei der Bewältigung der Herausforderungen durch die Flüchtlingsströme den Kirchen und deren ehrenamtlichen Mitarbeitern ein besonderer Verdienst zukommen.

Obwohl Probst Martin Tenge in seiner Begrüßung auch die Hoffnung auf ein kritisches Feedback ausdrückte – „wir wollen keine katholische Selbstbeschau, Sie dürfen uns heute so richtig die Meinung geigen“ – blieben die beiden Gesprächspartner dabei zurückhaltend. Schröder-Köpf würde sich hinsichtlich der Homosexualität offenere und tolerantere Worte wünschen, Schostok glaubt, dass sich die Kirchen in ihrer Beschäftigungspolitik bewegen müssten und auch Menschen anderer Konfessionen oder ohne Glauben einstellen sollten.

Von Andreas Krasselt

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