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„Datea“ ist wieder gesund.

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 © privat

Prozess

Hannover: Brandwunden nach Zahn-OP

Wie konnte sich Labrador-Mix „Dantea“ sich nur die großen Brandwunden zuziehen? Ein Gutachter meint, dass das nur durch ein Heizkissen während einer OP geschehen sein kann. Die Hundebesitzer verklagen die Tierärztin.

HANNOVER.  Ihre schlechten Zähne wären Labrador-Mix „Dantea“ (8) wären fast zum Verhängnis geworden. Nach einer Zahn-OP in einer hannoverschen Tierarztpraxis trug die Hündin so schwere Verbrennungen davon, dass das Tier fast an einer Blutvergiftung gestorben wäre. Am Dienstag trafen sich Bärbel Schmidt (Name geändert) und die Tierärztin im Amtsgericht wieder. Die Hundehalterin aus Ronnenberg klagt auf Erstattung von 2600 Euro. So viel kostete die Behandlung, die der Hündin das Leben rettete. Und die Familie aus Ronnenberg hat sehr gute Aussichten den Prozess zu gewinnen.

Auch für Richterin Katharina Wronna ist es kein einfacher Fall. „Oh nein, bitte nicht“, fordert sie die Klägerin auf, die Fotos vom Richtertisch zu nehmen. „Ich kann Tieren nicht ins Maul schauen“, erklärte die Richterin.

Hund leidet unter Parodontitis

Am 23. September 2015 lag „Dantea“ auf dem OP-Tisch. Die Tierärztin gilt als Spezialistin für Zahnoperationen. Laut den Klägern eine „teure Spezialistin“. In dem mehr als zweistündigem Eingriff zog sie der Hündin zehn Zähne. Aber nur auf einer Seite, damit die OP nicht zu lange dauere. Der Hund leidet unter Parodontitis. Während der Operation lag das Tier auf einem Heizkissen „Ich hätte kein Problem damit, wenn das bei mir passiert wäre. Meine Versicherung würde das bezahlen“, sagte die Zahnärztin. Aber das könne nicht sein, weil die Hündin nicht mit der verletzten Körperseite auf der Heizdecke gelegen habe. Zwei Mitarbeiterinnen bestätigten das. Sie hatten noch eine sehr genaue Erinnerung an den Eingriff, obwohl er eineinhalb Jahre zurücklag.

Zahnbehandlung kostete 1100 Euro

Doch das wird der Ärztin nichts nutzen. Denn Professor Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) erklärte: Solche Verbrennungen seien nur durch Narkose und Bewusstlosigkeit des Tieres zu erklären. „Dantea“ litt unter einer etwa 20 mal 10 Zentimeter großen Brandwunde. „Es ist bekannt, dass Heizkissen solche Probleme machen“, so Nolte. In der TiHo sei man deshalb vollkommen weg von dieser Methode.

Rund 1100 Euro hat die Zahnbehandlung bei der Tierärztin gekostet. Bei einem zweiten Eingriff hätte der Hund weitere 16 (!) Zähne verlieren sollen. „Das wäre völlig unnötig gewesen“, sagt „Herrchen“ Torsten Schmidt (Name geändert). Ein anderer Arzt habe nur drei Zähne entfernt. Das war nicht nur für das Tier besser, sondern schonte auch den Geldbeutel der Besitzer.

Von THOMAS NAGEL


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