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Meine Stadt Hannover: Bomben-Entschärfung mit Hindernissen
Hannover Meine Stadt Hannover: Bomben-Entschärfung mit Hindernissen
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00:16 03.07.2016
GESTERN ENTSCHÄRFT: Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die an der Elfriede-Paul-Allee entdeckt worden ist. Foto: Kutter Quelle: (Foto: Katrin Kutter)
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Hannover

Der Sprengmeister gibt um kurz nach 1.30 Uhr in der Nacht zu gestern die erlösende Entwarnung: Eine amerikanische Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg an einer Baustelle der Elfriede-Paul-Allee (Linden-Süd) ist erfolgreich entschärft.

Rund 8300 Menschen im Stadtteil hatten ab 20 Uhr ihre Häuser verlassen müssen. Aber erst gegen 0.30 Uhr gab es die Gewissheit, dass das gesamte Evakuierungsgebiet kontrolliert und alle Personen aus der Sperrzone heraus waren.

Ein Grund: Der sonst bei solchen Einsätzen übliche Polizeihubschrauber der Zentralen Polizeidirektion NIedersachsen (ZPD) mit Wärmebildkamera stand wegen eines anderen Einsatzes nicht zur Verfügung. Die Polizei musste daher mehr Streife als sonst fahren. „Auch der Hubschrauber der Bundespolizei konnte nicht fliegen, weil dort die Wärmekamera defekt ist“, sagte ZPD-Sprecher Hans Gehrmann.

Hinzu kommt, dass Linden-Süd eine durchschnittlich ältere Altersstruktur hat als andere Stadtteile. Nach Angaben der Feuerwehr sind 2000 Bewohner des Evakuierungsbereichs älter als 60 Jahre, und davon wiederum 80 Prozent älter als 70. „Das bedeutet einen höheren Grad an Liegendtransporten und Rollstuhlfahrern“, sagt Sprecher Hartmut Meyer: „Und das bedeutet natürlich auch einen höheren Aufwand bei der Evakuierung“. Auch die 90 Bewohner des Seniorenheims an der Posthornstraße mussten raus - sie kamen in der Berufsbildenden Schule an der Ohestraße unter, ebenso 60 weitere nicht gehfähige Menschen. Etwa 1100 Anwohner, die gut zu Fuß waren, gingen in die Sammelstelle in der Swiss-Life-Hall. In „absoluten Einzelfällen“ hätten sich Anwohner zunächst geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen, sagt Meyer. Für diesen Stadtteil sei so eine Räumung nun einmal etwas ganz Neues: „In Vahrenheide-Sahlkamp gab es schon mehrere Bombenentschärfungen, da kennt die Bevölkerung das schon.“

Letztlich zeigte sich Meyer aber sehr zufrieden: „Alle beteiligten Einsatzkräfte haben die besonderen Herausforderungen erfolgreich bewältigt und dabei unter hohem Zeitdruck professionell zusammengearbeitet.“ 774 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst waren im Einsatz.

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