Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Bewährungsstrafe nach Grundschul-Streit
Hannover Meine Stadt Hannover: Bewährungsstrafe nach Grundschul-Streit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:48 20.11.2015
Anzeige
Hannover

Für einen gewaltsamen Familienstreit nach einem Konflikt unter Grundschülern hat das Amtsgericht Hannover einen 22-Jährigen wegen Körperverletzung zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der große Bruder von einem der Kontrahenten habe bei seinem Faustschlag auf den Vater der Gegenseite nicht vorhersehen können, dass dieser eine lebensgefährliche Schädelfraktur erleidet, begründete das Gericht am Freitag sein Urteil.

"Wie redest du mit meiner Mutter", habe der junge Mann gerufen und den Vater niedergeschlagen. Dabei habe es sich nicht um Notwehr sondern eine Tat aus Wut gehandelt, so der Richter. Worum sich der Streit der Grundschüler eigentlich drehte, konnte keiner mehr sagen. An der Auseinandersetzung vor einer Grundschule in einem sozialen Brennpunkt der Landeshauptstadt waren beide Elternpaare beteiligt, auf der Seite der angeklagten Familie auch zwei ältere Geschwister.

Die 26-jährige Schwester des verurteilten Schlägers wurde am Freitag freigesprochen, das Verfahren gegen die 52 Jahre alte Mutter war gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Die Frau des attackierten Mannes hatte vorgegeben, zu Boden geschupst und an den Haaren gerissen worden zu sein. Weder der Rettungsdienst noch die Polizei konnte bei ihr aber Verletzungen feststellen.

Zum Ablauf gaben beide Seiten vor Gericht unterschiedliche Schilderungen ab. Erschwert wurde die Ermittlung der Abläufe auf dem Schulhof dadurch, dass die auf Türkisch von beiden Seiten geäußerten Beleidigungen und Bedrohungen von den Zeugen des Geschehens nicht verstanden wurden. Der 22-Jährige, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist, habe in einer emotional aufgeladenen Situation ein einziges Mal zugeschlagen, befand das Gericht.

Ansonsten könne der Mann als "Musterbeispiel einer gelungenen Integration in der zweiten Generation" betrachtet werden. Der Maschinenbau- und Informatikstudent wurde außerdem zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Prügeln oder Scheiben einwerfen, das taten die anderen. Für die Hetze im Internet aber, die rechter Gewalt vorausgeht, stehen seit Freitag zwei Drahtzieher der Neonazi-Gruppe "Besseres Hannover" vor Gericht. Sie sollen unverhohlen zur Gewalt gegen Ausländer aufgerufen haben.

20.11.2015

Die Polizei sucht derzeit in der List und der Eilenriede nach einem geflüchteten Untersuchungshäftling. Der 29-Jährige ist drogenabhängig und sitzt wegen Verdachts auf Beschaffungsdelikte ein. Der Vorwurf laute gefährliche Körperverletzung, heißt es aus dem Justizministerium. Der Mann sei aber kein schwerer Gewalttäter.

20.11.2015

Der mutmaßliche Misshandlungsskandal bei der Bundespolizeiinspektion Hannover am Hauptbahnhof hat eine unerwartete Entwicklung genommen. Gegen die beiden Beamten (32, 34), die die schweren Vorwürfe vornehmlich gegen einen Kollegen (39) erhoben und angebliche Missstände in der Dienststelle öffentlich gemacht haben, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Verdacht gegen den Polizeioberkommissar und den Polizeiobermeister: falsche Verdächtigung. Das bestätigte der Sprecher der Anklagebehörde, Thomas Klinge, auf Anfrage der NP.

23.11.2015
Anzeige