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Gesellschaft

Hannover: Bettlerproblem - Banden stehlen auch

An Hannovers Hauptbahnhof und in der Innenstadt fühlen sich immer mehr Menschen von Bettlern belästigt. Sicherheitsdienste glauben, dass organisierte Banden sogar zum Stehlen übergehen würden.

Hannover. Treffpunkt Ernst-August-Platz: Immer wieder gehen zwei junge Frauen zu zwei älteren, die unweit des Kaufhof-Einganges im Schatten Platz genommen haben. Dann schwärmen sie wieder aus und quatschen Passanten an – ein paar Cent wollen sie. Ob es sich um eine organisierte Bande handelt? Zumindest arbeiten hier mehrere Bettlerinnen zusammen. Das ist schon nach kurzer Beobachtung gestern Nachmittag klar. Auch den Beamten im Hauptbahnhof: „Die sind bevorzugt an den Gleisen unterwegs, an denen die Leute auf Züge warten und deshalb stehen“, sagt ein Polizist in der Einkaufspassage.
Zu beobachten ist häufig die Dreistigkeit der Bettler. Viele sitzen immer noch still herum – vorm Bahnhof, drinnen ist es verboten – und warten darauf, dass ihnen jemand ein wenig Kleingeld gibt. Die organisierten Banden jedoch scheuen nicht davor zurück, ihre Helfer auch in Restaurants zu schicken und deren Kunden beim Essen zu behelligen. Ein Sicherheitsdienstmitarbeiter: „Wir kennen die inzwischen, lassen die erst gar nicht mehr rein – die Kunden wollen in Ruhe ihr Essen verzehren.“

Im Bahnhof selbst wird vermehrt ziviles Sicherheitspersonal eingesetzt, weil die organisierten Bandenmitglieder nicht nur nach Geld fragen, sondern es durchaus auch darauf anlegen, es sich einfach zu nehmen – Diebstahl. „Betteln ist im Bahnhof verboten – sollte es Probleme geben, sind wir dankbar für jeden Hinweis“, sagt Sabine Brunkhorst, Sprecherin der Bahn. Kunden sollten bei Auffälligkeiten sofort Mitarbeiter in der Nähe ansprechen oder gegebenenfalls in Zügen sogar den Notknopf drücken, durch den sie mit Zugbegleitern verbunden werden.

Bei der Bundespolizei sind keine steigenden Fallzahlen von Trick- oder Taschendiebstahl im Bahnhof bekannt. Gruppen oder Großfamilien, die auf Bettelzug gehen, gebe es aber laut Sprecher Detlef Lenger immer wieder. Allerdings  sind die Zahlen nicht unbedingt aussagekräftig – Lenger verweist auf das Hausrecht der Bahn: „Betteln verstößt zunächst nur gegen die Hausordnung.“ Bei der Bundespolizei gemeldet würden aber nur Straftaten. Wenn Sicherheitspersonal Bettler des Bahnhofes verweist, bekämen die Beamten es im Zweifel gar nicht mit.


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