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Meine Stadt Hannover: Besuchermangel im Regenwald-Panorama am Zoo
Hannover Meine Stadt Hannover: Besuchermangel im Regenwald-Panorama am Zoo
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17:44 21.02.2018
VIEL PLATZ: Der große Besucherandrang lässt im Panorama am Zoo noch auf sich warten.  Quelle: Frank Wilde
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HANNOVER

 Die Sonne strahlt, der Himmel zeigt tiefstes Blau, der kleine Teich im Eingangsbereich des Panoramas am Zoo ist noch zugefroren. Eine Familie kommt von dort zurück, unzufrieden. Die kleinen Kinder quengeln. „Nein“, sagt der Vater, „wir gehen da jetzt nicht hinein.“ Zu teuer.

Doch vielleicht hätte der Besuch die Mienen etwas erhellen können. Es herrscht nicht viel Betrieb in der gut 32 Meter hohen Rotunde. Trotz des Valentinstags-Sonderangebot: Wenn zwei sich küssen, kommt einer umsonst hinein. Doch wer wieder hinauskommt strahlt.

„Das hat sich echt gelohnt“, sagt Benedikt Jäger. Er ist mit seinen Eltern hier, die aus dem Schwarzwald zu Besuch gekommen sind. Viermal haben sie die jeweils 15-minütige Tagesablaufsimulation im Regenwald-Panorama an sich vorüber ziehen lassen. „Man entdeckt immer was Neues“, sagt Franz Jäger. Und seine Frau Agnes ergänzt: „Oben im Turm empfindet man das als weiten Raum, direkt an der Leinwand, sieht man jedes Detail.“ Was Benedikt Jäger besonders reizte, da der Biologe sich im Studium mit all diesen abgebildeten Tieren beschäftigt hatte.

Begeisterte Besucher

Auch Wolfgang Blumtritt ist nur zu Besuch hier, bei seinem Sohn in Hildesheim. Doch ein Ausflug ins Panorama war für den Mannheimer Pflicht. „Ich hatte in N3 einen Bericht gesehen und gesagt, da müssen wir hin“, erzählt er. Als Fotograf fasziniert ihn besonders der technische Aspekt: 30 000 Aufnahmen, aus denen das 360-Grad-Bild zusammengesetzt sei. „Das muss man einfach gesehen haben.“ Den Eintrittspreis von 12,80 Euro findet er nicht zu hoch: „Das Geld muss ja irgendwie wieder hereinkommen.“

VON DER TECHNIK FASZINIERT: Für Wolfgang Blumtritt aus Mannheim ist der Besuch im Panorama am Zoo Pflichtprogramm. Quelle: Frank Wilde

Doch gibt es Zweifel, dass dies klappen kann. In den ersten drei Monaten gab es nur 20 000 Besucher. Mit 280 000 im Jahr war ursprünglich kalkuliert worden, um die Kosten einzuspielen. Nun sollen 200 000 reichen, da die Altersstruktur der Besucher mit durchschnittlich 46 bis 55 Jahren höher ist als gedacht. „Wir hatten mit einem höheren Kinderanteil geplant“, erklärt Zoochef Andreas Casdorff.

„Die ganz großen Monate kommen ja noch“, zeigt er sich zuversichtlich. „Auch andere Panoramen sind im Winter schlecht besucht.“ Wirksamste Werbung sei die Mund-zu-Mund-Propaganda. Und die braucht Zeit, sich zu entfalten.

Dennoch denkt er darüber nach, an der Preisschraube zu drehen. Das Finanzamt hatte sich – anders als bei allen anderen Panoramen – geweigert, dem Zoo den günstigen Mehrwertsteuersatz zu gewähren. Dagegen laufe gerade eine Klage, so Casdorff. „Wir haben gute Chancen.“ Er wolle aber nicht unbedingt auf die Gerichtsentscheidung warten. „Ich überlege, das Risiko einzugehen, und die Preise schon jetzt zu senken.“ Dann würde der Eintritt für Erwachsene wie etwa in Leipzig nur 11,50 Euro betragen.

Beeindruckendes Kunstwerk

Das 360-Grad-Panorama am Zoo „Amazonien“ ist von dem Künstler Yadegar Asisi geschaffen worden. Es besteht aus mehr als 30 000 Fotos zusammengestellt hat, kombiniert mit gemalten Elementen. Zusammen mit Licht- und Toneffekten entsteht ein beeindruckendes Erlebnis. Mit derartigen Rundum-Bilder entführte Asisi schon in das Rom des Jahres 312 oder in das antike Pergamon, lässt seit 2006 in Dresden den Barock lebendig werden oder Besucher in Leipzig auf den Mount Everest steigen.

In Hannover kostet der Eintritt derzeit für Erwachsene 12,80 Euro, für 17- bis 24-Jährige 11,20 Euro, Kinder ab 6 Jahre 6,80 Euro, ab 3 Jahre 4,50 Euro. Es gibt vergünstigte Kombitickets mit dem Zoo.

Von Andreas Krasselt

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