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Hannover: Bekommen Polizisten zu wenig Geld?

Mehr als 550 Demonstrationen im Jahr, viele Großeinsätze bei Fußballspielen, der Besuch von US-Präsident Barack Obama: Hannovers Polizei hat vor allem am Wochenende viel zu tun. Nicht nur für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) klingt es da wie ein schlechter Aprilscherz, dass die hannoverschen Polizisten und ihre niedersächsischen Kollegen
 ab 1. April bundesweites Schlusslicht bei der Höhe der Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit sind. Denn dann werden in Hessen diese Zuschläge erhöht.

Hannover . „Die Landesregierung muss ihren Widerstand gegen eine Anhebung dieser lächerlichen Beträge aufgeben“, fordert der niedersächsische GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff: „Damit die Bezahlung bei der niedersächsischen Polizei nicht immer beschämender wird.“ 2,72 Euro pro Stunde gibt es zusätzlich an Sonn- und Feiertagen (0–24 Uhr), 1,28 Euro für die Nachtarbeit an den übrigen Tagen (20–6 Uhr) und 77 Cent am Sonnabend (13–20 Uhr). Die GdP fordert einen einheitlichen Zuschlag von fünf Euro für alle diese Sonderzeiten.

„Selbst in der schlecht bezahlten Pflege gibt es höhere Zuschläge“, kritisiert Alexander Ziembehl, stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Niedersachsen. Die CDU-Opposition im Landtag schließt sich der Kritik an: „Die Belastung der Polizei ist durch die Flüchtlingskrise, steigende Kriminalität und eine erhöhte Terrorgefahr enorm gewachsen“, sagt der polizeipolitische Sprecher, Thomas Adasch. Die CDU fordert 2,1 Millionen Euro für den Ausgleich der Mehrbelastung.

Unter den Polizisten schwindet jedoch die Zuversicht, dass sich tatsächlich etwas ändern könnte. Ein Polizeioberkommissar, Mitte dreißig, seit über 15 Jahren im Dienst, sagt über die Fünf-Euro-Forderung der GdP: „Das wäre ein guter Anfang. Es wäre natürlich gut für den einzelnen Polizisten und die Attraktivität unseres Berufes. Aber unsere Erwartungshaltung geht immer weiter gegen null.“

Zu viel sei in den vergangenen Jahren gestrichen und eingespart worden, zu wenig hätten dagegen die Tarifrunden gebracht. Sein knappes Fazit: „Aus finanziellen Aspekten wird keiner Polizist werden. Bei vielen stehen ideelle Gründe hinter der Berufsentscheidung. Wenn man aber irgendwann merkt, dass man zu familienfeindlichen Diensten zu Weihnachten 2,72 Euro pro Stunde bekommt, kann man sich schon fragen, ob das Sinn macht.“ Auf Dauer, sagt der Polizist, vergrault man sich so sogar die Idealisten.

wig, hg, zp


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
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     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok