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Meine Stadt Hannover: Baudenkmal sucht Schlossherrn
Hannover Meine Stadt Hannover: Baudenkmal sucht Schlossherrn
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04:13 09.03.2013
HAUS MIT GESCHICHTE: Das Grotesche Palais in der Sophienstraße. Seit 2005 wird hier die Meditationstechnik „Yogisches Fliegen“ gelehrt. Quelle: NANCY HEUSEL
Hannover

Es ist ein ziemlich spektakuläres Angebot, das derzeit auf verschiedenen Immobilienportalen durch das Internet geistert. NP-Recherchenhaben ergeben, dass es sich dabei um das Grotesche Palais in der Sophienstraße (Mitte) handelt, das in den Jahren 1862 bis 1864 erbaut wurde.

Besitzer des Gebäudes ist derzeit noch die Maharischi-Weltfriedens-Stiftung. Diese hatte das Baudenkmal 2005 vom Land für 900000 Euro gekauft, das darin bis 2004 seine Straßenbauverwaltung untergebracht hatte. Die Stiftung hat nach eigenen Angaben im Groteschen Palais die sogenannte „Finanzkapitale Deutschlands“ gegründet, „um die Nation mit Unbesiegbarkeit zu krönen“, heißt es auf deren Internetseite.

Funktionieren soll das durch Meditation, unter anderem mit der Technik des „Yogischen Fliegens“. Dies soll dazu führen, „einen integrierten Zustand des Nationalen Bewusstseins dauerhaft aufrechtzuerhalten und die Nation zur Unbesiegbarkeit anzuheben“.

Warum die Stiftung das Gebäude nun verkaufen will, war gestern nicht zu erfahren. Das mit der Vermarktung beauftragte Maklerbüro „Immobilien am Zoo“ bekam vom Eigentümer keine Erlaubnis, gegenüber der NP genauere Angaben zu den Hintergründen zu machen. Zumindest brannte gestern noch Licht in dem Gebäude. Auch wurde noch am Eingang auf aktuelle Veranstaltungen hingewiesen.

Zwar hat die Stiftung nach dem Kauf des Hauses im Jahr 2006 mehrere hunderttausend Euro in die Immobilie investiert, ob sich allerdings tatsächlich ein Preis von 4,8 Millionen erzielen lassen wird, ist jedoch mehr als fraglich angesichts der großen Differenz zum damaligen Kaufpreis.

Das Grotesche Palais gilt als einer der schönsten neugotischen Stadtpaläste. Es wurde nach Plänen des Architekten Otto Goetze für Graf Grote errichtet, damals königlich-hannoverscher Gesandter in Madrid. Das Gebäude wechselte mehrmals den Besitzer und wurde während des Krieges 1943 ausgebombt. 1951 wurde es Sitz der Straßenbauverwaltung des Landes.

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