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Meine Stadt Hannover: Ausweg aus dem Ampel-Dilemma
Hannover Meine Stadt Hannover: Ausweg aus dem Ampel-Dilemma
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09:12 28.09.2018
Hannover

Es schien nur noch eine Formalie zu sein – und führte doch zur Kollision der Koalition: An der Streitfrage, ob Hannovers nächste Schule ein Gymnasium wird, reiben sich derzeit SPD, Grünen und FDP gewaltig. Ausgerechnet ein Vorschlag aus der Schülerschaft könnte jetzt den Ausweg aus dem Dilemma weisen – und das Ampelbündnis retten.

Den Antrag hatte die Stadtschülervertretung kurzfristig eingereicht: Parallel zum neuen Gymnasium soll die Verwaltung auch eine Integrierte Gesamtschule (IGS) planen. Unter anderem über diesen Zusatzantrag wollen die Fraktionen nun noch mal intern beraten und beschlossen die nunmehr dritte Vertagung der Abstimmung.

Eigentlich hätte Hannovers 18. Gymnasium heute schon sicher sein sollen. Rot-Grün-Gelb hatten am Mittwoch einen gemeinsamen Antrag im Schulausschuss eingebracht: Die Verwaltung solle ein vierzügiges Gymnasium planen (NP berichtete). Doch die Einigkeit existierte wohl nur auf dem Papier. Bürgermeisterin Regine Kramarek (Grüne) platzte öffentlich der Kragen: „Wir wollen endlich die Stärkung der IGS“, kritisierte sie in der Sitzung und hinterfragte, ob das Ampelbündnis überhaupt noch weiter Bestand haben kann.

Einen Tag nach der Sitzung versucht Silvia Klingenburg, schulpolitische Sprecherin der Grünen, die Wogen zu glätten: Kramarek habe vor allem „ihre persönliche Meinung“ geäußert. Eigentlich hätten sich die Grünen vor der Sitzung auf die Abstimmung pro Gymnasium ge­einigt. „Wenn auch mit Bauchschmerzen, da wir die IGS bevorzugen“, so die Sprecherin. Aber warum ge­gen die eigene Überzeugung stimmen? Um das Bündnis zu retten? Klingenburg er­klärt: „OB Stefan Schostok hat uns zu­gesagt, dass die übernächste Schule auf jeden Fall eine IGS wird“, so die Grünen-Politikerin.

Trotz Aufschub: Die SPD will nicht von einem 18. Gymnasium abrücken. „Und ich hoffe, dass das Ampelbündnis nicht bröckelt“, be­tont SPD-Schulexpertin Afra Gamoori. Einen Ausweg sieht sie in dem Schülerantrag: „Das wäre doch ein guter Kompromiss, dem die Grünen zustimmen könnten“, glaubt sie.

Positiv sieht das Bündnis „Schule der Kulturhauptstadt“, das für eine neue Schulform plädiert, den Aufschub. „Wir sind wirksamer gewesen als gedacht“, bilanziert Sprecherin Maren Ka­minski.

Von Simon Polreich

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