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Meine Stadt Hannover: Architekt gegen Steintorumbau
Hannover Meine Stadt Hannover: Architekt gegen Steintorumbau
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00:19 26.11.2015
NIE VOLLENDET: Der Steintorplatz, den der Architekt Hinrich Storch gestaltet hat. Quelle: NANCY HEUSEL
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Hannover

Die Stadt will es so. Und auch die rot-grüne Ratsmehrheit hat sich bereits deutlich dafür ausgesprochen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Steintorplatz - möglicherweise schon 2017 - bebaut wird, ist groß. So wie die beiden sechsgeschossigen Gebäude, die darauf entstehen sollen. Hinrich Storch hält das für den falschen Weg. „Alles, was dann noch übrig bleibt, sind zugige Resträume“, warnt der 82-Jährige, der den jetzigen Steintorplatz Anfang der 1980er Jahre gestaltet hat - inklusive des Pavillons, in dem das Eiscafé Venezia untergebracht ist, das der Bebauung weichen müsste.

Ein Bruch mit dem Hier und Jetzt, den Storch für zu radikal hält. „Man sollte eine Stadt nicht immer komplett ändern, sondern maßvoll weiterbauen“, sagt der Architekt. Das gelte ganz besonders für Hannover, das im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde und dabei schon einmal sein Gesicht verlor. „Eine Stadt muss die Chance haben, Jahresringe zu bilden. Das schafft Identität“, erklärt Storch.

Für Plätze gelte das ganz besonders: „Räume machen eine Stadt erst erlebbar. An Räume erinnert man sich. Sie sind wie Pausen in der Musik, in denen man innehält.“ Das bedeute jedoch nicht, dass man nichts ändern dürfe am Steintorplatz. Im Gegenteil. Auch Storch kann sich in diesem Bereich eine Bebauung vorstellen, allerdings viel schmaler, ringförmig am Rand, um den Platz besser einzufassen: „Das ist das, was viele der fantastischen Plätze in Italien ausmacht, zum Beispiel in Siena.“

Ein Problem des heutigen Steintorplatzes sei allerdings auch, dass dieser nie vollendet worden sei. Eigentlich sollten auf der Mauer an Münzstraße und Goseriede Skulpturen aufgestellt werden, im Stile Antonio Gaudís, des berühmten Architekten aus Barcelona. Außerdem seien entlang der Mauer viele kleine, kreisförmige Brunnen geplant gewesen. Deren Plätschern sollte den Verkehrslärm der angrenzenden Straßen nahezu komplett schlucken. „Das hätte funktioniert“, ist sich Storch sicher. Verwirklicht wurden diese Pläne nie, auch nicht der Obelisk, der mittig auf der Treppen- und Rampenanlage platziert werden sollte, die von der Straße herunter auf den Platz führt. „Vielleicht bin ich auch voreingenommen. Schließlich ist es nicht schön, wenn etwas verschwinden soll, das man selbst gebaut hat. Aber ich glaube, dass ich mittlerweile genügend Abstand dazu habe“, sagt Storch, der 2011 aus dem Büro „Storch Ehlers Partner“ ausgeschieden ist und sich nun ganz der Malerei verschrieben hat.

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