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Kriminalität

Hannover: Antanz-Trick auch im Norden beliebt

Antanzdiebstähle machen Discobesuchern und der Polizei auch im Norden zu schaffen. Zu den Tätern gehören nach Angaben der Fahnder oft nordafrikanische Banden. Sexuelle Übergriffe auf Frauen hat es dabei aber nocht nicht gegeben. 

Hannover. Auf den ersten Blick wirkt es lustig, dann sind Geldbörse oder Handy weg: Mit der Antanzmasche versuchen Taschendiebe oft nordafrikanischer Herkunft auch im Norden an Beute zu kommen. Sexuelle Übergriffe dabei auf Frauen wie in Köln und Hamburg hat es in Niedersachsen und Bremen in der Silvesternacht nach Auskunft der Polizei vom Donnerstag aber wohl nicht gegeben.

"Das Phänomen ist uns bekannt, das Antanzen gibt es seit einigen Jahren", sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Frank Federau, am Donnerstag. Meistens handele es sich um nordafrikanische Täter. Im Kampf gegen Antanzdiebstähle und Straßenraub hat die Bremer Polizei bereits Anfang vergangenen Jahres eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die spürbare Erfolge verbucht.

Dennoch könne man Straftaten nicht ganz verhindern, sagte Polizeisprecher Dirk Siemering. Die Ermittlungsgruppe konzentriere sich auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die häufig als Straftäter in Erscheinung getreten seien. Der Kreis umfasse ungefähr 50 Minderjährige aus Nordafrika. Es kämen immer wieder neue dazu und andere verließen Bremen. "Die finden schnell und gleich zueinander", sagte Siemering.

Genauer hin schaut die Polizei an den entstandenen Brennpunkten wie Hauptbahnhof, Discomeile und Ostertor-Viertel. "Dort sind wir zusätzlich präventiv tätig und auch, um schnell eingreifen zu können", sagte Siemering. Tipps zum richtigen Verhalten hat die Polizei auch an potenzielle Opfer über Medien, Facebook oder direkt vor Diskotheken rausgegeben wie beispielsweise die Geldbörse dicht am Körper zu tragen, auf der Straße nicht mit dem Handy rumzuspielen und im Morgengrauen nur in Begleitung eine Disco zu verlassen.

Sexuelle Übergriffe wie in Köln gab es in Osnabrück nicht, sagte Polizeisprecherin Anke Hamker. Das Phänomen des Antanzens sei schon länger bekannt, am Bahnhof, am Neumarkt oder vor Discotheken. Da seien die Opfer aber eher junge Männer, die erheblich alkoholisiert seien. Aus der Silvesternacht lägen der Polizei keine Anzeigen vor.

Unterdessen wies auch der Chef der Braunschweiger Kriminalpolizei, Ulf Küch, darauf hin, dass es schon seit Jahren Banden aus Nordafrika und zum Teil auch aus dem ehemaligen Jugoslawien gibt, die ganz gezielt Taschendiebstähle auch mit der Antanzmasche begehen, sagte Küch auf NDR Info. Er forderte in diesem Zusammenhang, die Ausländerkriminalität klar zu benennen. "Ich sage mittlerweile auch ganz deutlich, dass wir natürlich auch über einen längeren Zeitraum mehr oder weniger gehandicapt gewesen sind, weil man insbesondere Flüchtlinge und Straftaten überhaupt nicht zusammenbringen durfte."

Küch bezweifelte auf NDR Info zudem, dass es sich bei den Kölner Tätern aus der Silvesternacht um Flüchtlinge handelt, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen sind. "Diese Leute haben wir schon seit längerer Zeit hier, die mehr oder weniger unkontrolliert hier ihre Straftaten begehen können und vor allen Dingen ohne Folgen." Da müsse die Justiz hart durchgreifen, nach Sparmaßnahmen fehle der Polizei dazu aber mitunter das Personal. dpa


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