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Meine Stadt Hannover: Angeklagter bringt „Blüte“ in Umlauf
Hannover Meine Stadt Hannover: Angeklagter bringt „Blüte“ in Umlauf
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00:17 06.01.2018
VERURTEILT: Ibrahim S. muss 2000 Euro Geldstrafe zahlen. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Dieser Job hat sich für Ibrahim S. (25) nicht bezahlt gemacht. Er habe eine „Sache am Laufen“, dafür habe er den 500-Euro-Schein erhalten, sagte er einem Freund (26). Der Angeklagte schickte seinen Freund vor, um den Schein zu wechseln.

Wegen des Inverkehrbringens von Falschgeld wurde der 25-Jährige gestern zu 2000 Euro Geldstrafe (50 Tagessätze) verurteilt. Der Angeklagte war geständig. „Er war sich nicht sicher, ob der Schein echt war“, erklärte Rechtsanwalt Christoph Rautenstengel.

Am 30. September 2016 hatte der Freund im „Kiez-Club“ den Schein gewechselt. Er erhielt zehn 50-Euro-Scheine. Als Belohnung für seine Dienste bekam er 50 Euro.

Laut einem Kriminalbeamten  (52) handelte es sich bei der „Blüte“ um eine hochwertige Fälschung. Der Schein stammte aus einem Offset-Drucker. Unter UV-Licht hatte der falsche 500er so­gar Sicherheitsfäden. Amtsrichterin Wiebke Gratz wertete das Ge­ständnis als positiv, meinte aber: „Das Geld stammte aus dubioser Quelle für einen Job. Ich bin sicher, dass Ihnen klar war, dass es sich um Falschgeld handelte.“

Trotzdem stellte sie auf Anregung von Anwalt Rautenstengel den Betrugsvorwurf ein. Aus einer Whats-App-Nachricht des Angeklagten ging hervor, dass er von dem Falschgeld nichts gewusst habe.

Nach Polizeiangaben gibt es in Hannover jährlich etwa 1400 Fälle, in denen es um Falschgeld geht. Meist handelt es sich um Blüten aus dem Farbdrucker. So hochwertige Fälschungen wie im vorliegenden Fall seien selten, sagte der Kriminalbeamte im Gericht. Der Rat der Europäischen Zentralbank hatte am 4. Mai 2016 die Abschaffung der 500-Euro-Scheine be­schlossen. Grund ist: Terrorfinanzierung und Drogengeschäfte sollen erschwert werden. So sollen sich in England 90 Prozent der 500-Euro-Scheine in den Händen der organisierten Kriminalität befinden. Kritiker halten das Argument der Kriminalitätsbekämpfung für Augenwischerei.

Von Thomas Nagel

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