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Meine Stadt Hannover: Altin Lala kontert vor Gericht
Hannover Meine Stadt Hannover: Altin Lala kontert vor Gericht
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00:18 24.11.2017
VERURTEILT: Altin Lala.
hannover

Ex-96-Profi Altin Lala (42) hat ein Kämpferherz – auch außerhalb des Fußballfeldes. Sein Einsatz vor dem Amtsgericht hat ihm 5700 Euro Geldstrafe er­spart. Und er gilt offiziell nicht als vorbestraft.

Aber von Anfang an: Als  Fußballer galt der Profi nicht als treffsicherer Torschütze. Als Privatmensch legte er aber Wert auf eine Waffenbesitzkarte. Also schoss er im SSV Hameln 2000. Doch in dem Verein der „Waffenscheinheiligen“ ging es nicht mit rechten Dingen zu. Ge­gen Bares wurde bei der Sachkundeprüfung nicht so genau hingeschaut. Der Vereinsvorstand wurde im Juli vor dem Landgericht Hannover wegen Bestechlichkeit zu Haftstrafen verurteilt. Der Ehrenvorsitzende Vincenzo B. (60) bekam viereinhalb Jahre (NP berichtete).

Laut Anklage soll Altin Lala 300 Euro für eine falsche Sachkundeprüfung bezahlt haben. Das ist vergleichsweise günstig. Andere legten bis zu 1500 Euro auf den Tisch. Per Strafbefehl erhielt der Ex-Profi eine Geldstrafe von 22. 800 Euro (120 Tagessätze). Damit wäre er wegen Bestechung vorbestraft gewesen.

Sein Anwalt Fritz Willig   hielt das für eine zu harte Strafe. Deshalb legte er Einspruch gegen den Strafbefehl ein. So kam es gestern zur Verhandlung. Amtsrichter Reinhard Meffert fand einen einsichtigen Angeklagten vor. Der Einspruch wurde auf die Höhe des Strafbefehls beschränkt, die Tat also eingeräumt.

Und Anwalt Willig, ehemaliger 96-Präsident, setzte den entscheidenden Konter. „Herr Lala ist nie in den Besitz von Waffen gekommen“, sagte der Anwalt. Er verzichte auch auf die Waffenbesitzkarte. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber in einem Verwaltungsgerichtsverfahren hätte erst mal geklärt werden müssen, wie und ob der Ex-Profi seine Prüfung beim SSV Hameln abgelegt habe, erklärt Amtsgerichtssprecher Jens Buck. Das bleibt nun allen Beteiligten erspart. Richter Meffert hatte ein Einsehen und senkte daraufhin die Zahl der Tagessätze auf 90 zu je 190 Euro (17.100 Euro).

Von Thomas Nagel

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