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Bau

Hannover: Alles nur noch „Einheitsbrei“?

Kritik am Design des neuen 96-Vereinszentrum und anderen Bauten in der Stadt.

Hannover. Dass die Pläne des neuen Vereinszentrums noch einmal überarbeitet werden sollen, hatte Hannover 96 bereits vor zwei Jahren angekündigt. So hatte sich FDP-Ratsherr Wilfried Engelke das dann aber doch nicht vorgestellt. „Ich frage mich, wofür man einen Architektenwettbewerb macht, wenn es am Ende doch komplett anders wird“, kritisiert er.

Engelke war Mitglied der Wettbewerbsjury gewesen, die im Frühjahr 2015 einen Entwurf für das Vereinszen­trum an der Stammestraße ausgewählt hatte. Dass es danach noch Änderungen gebe, sei „normal“ sagt er. „Hier gibt es aber keine große Übereinstimmung mehr mit dem Wettbewerbsergebnis“, so der FDP-Ratsfraktionschef.

Aus seiner Sicht ein Fehler. Engelke hätte sich lieber eine Umsetzung des ersten Entwurfs gewünscht, der für den oberen Teil des Gebäudes eigentlich farbige Blechpaneele oder Keramikplatten vorgesehen hatte statt der Ziegel, die nun auch dort wie im unteren Gebäudeteil verwendet werden sollen. „Der erste Entwurf war richtig gut, farbenfroh und modern“, sagt der FDP-Mann.

Er vermutet allerdings, dass der erste Entwurf „der Bauverwaltung nicht gefallen hat“, und wirft dieser vor, „dass es in Hannover immer mehr architektonischen Einheitsbrei“ gebe. Das neue 96-Vereinszentrum weise große Ähnlichkeiten mit an­deren Bauten in der Stadt auf, die zuletzt verwirklicht wurden. Dem Bau für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte am Aegidientorplatz zum Beispiel, dem Neubau für die Deutsche Hypo an der Ecke Osterstraße/Röselerstraße, den manche auch schon als zweites Kröpcke-Center bezeichneten, oder aber der kürzlich eröffneten Hannover-Zentrale der Unternehmensberatung KPMG an der Prinzenstraße.

Engelke wünscht sich, dass die Stadt in Sachen Architektur „mehr Mut“ zeigt. Das sieht CDU-Bauexperte Felix Blaschzyk genauso. Auch er sieht in Hannover vor allem „sehr schlichte Entwürfe, die sich stark ähneln“, verwirklicht. Er warnt davor, dass Hannover „beliebig“ werde und aussehe „wie jede andere Großstadt auch“.

Lars Kelich, baupolitischer Sprecher der SPD, weist hingegen darauf hin, dass „jede Zeit ihre eigenen Antworten“ brauche. Das, was derzeit gebaut werde, sei nun einmal derzeit „charakteristisch“ und gefalle ihm.

Die Stadt wehrt sich gegen den Vorwurf, dass das 96-Vereinszentrum auf ihren ausdrücklichen Wunsch um­gestaltet worden sei. Dies sei „auf Betreiben von Hannover 96 selbst“ geschehen, teilte Sprecherin Michaela Steigerwald mit.

Von C. Bohnenkamp


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