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Meine Stadt Hannover 96 bleibt auf Rekordstrafe sitzen
Hannover Meine Stadt Hannover 96 bleibt auf Rekordstrafe sitzen
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02:18 29.05.2015
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Hannover

Die Zivilkammer hat die Klage des Vereins auf 20 000 Euro Schadensersatz abgewiesen. „Ich freue mich für meinen Mandanten“, so Hermann Schade, der Anwalt von G.

Der Langenhagener und 96- Fan hatte am 25. Januar 2014 beim Spiel der Hannoveraner beim VfL Wolfsburg in der Volkswagen-Arena in der Südkurve einen illegalen Böller gezündet. Für die Verletzung eines Empelders (40) war der 28-Jährige bereits im Strafverfahren verurteilt worden. Der DFB brummte 96 wegen des unsportlichen Verhaltens seines Anhängers (und des Zündens von Pyrotechnik durch die 96-Ultras beim Braunschweig-Derby im November 2013 in Hannover) die Rekordstrafe von 100 000 Euro auf. Gestern scheiterte der Klub damit, sich einen Teil des Geldes von G. wiederzuholen.

Aus Sicht der Kammer kann 96 den jungen Mann nicht in Regress nehmen, weil es zwischen den beiden Parteien gar keinen Vertrag gab - der Langenhagener hatte sich seine Eintrittskarte für das Spiel nicht etwa bei Hannover 96, sondern beim VfL Wolfsburg gekauft. Eine „sittenwidrige Schädigung“ durch den Beklagten liege ebenfalls nicht vor, urteilte das Gericht: Der 28-Jährige habe dem Verein mit dem Zünden des Böllers nicht vorsätzlich Schaden zufügen wollen.

Dass sich 96, ohne mit der Wimper zu zucken, der Strafe des DFB unterworfen und keine Berufung eingelegt hat, habe allein der Verein zu verantworten. Die Sanktion ist laut Gerichtssprecher Stephan Loheit „grob unverhältnismäßig“ und hätte in der Summe bei einer rechtlichen Überprüfung keinen Bestand gehabt. Der Klub kann die Strafe deshalb auch nicht einfach an den 28-Jährigen weitergeben. Bedeutet im Klartext: 96 bleibt auf der Rekordstrafe sitzen.

Vorerst. Ob die Entscheidung rechtskräftig wird, ist längst noch nicht raus. 96 könnte in die nächste Instanz gehen. Zuständig wäre das Oberlandesgericht Celle. „Wir prüfen weitere Schritte“, kündigte Pressesprecher Alex Jacob gestern an.

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