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Der Speisewagen wurde von den 96-Randalierern verwüstet.© Bundespolizei

Kriminalität

Hannover 96: Wieder Fan-Randale im Zug

Randale im Zug: Schon wieder sind Fußball-Chaoten von Hannover 96 ausgerastet. Auf der Rückfahrt am Sonntag vom Zweitliga-Spiel aus Nürnberg zerlegten sie Teile eines ICE.

Hannover/Nürnberg. Nach Informationen der NP soll auch 96-Präsident Martin Kind im Zug gewesen sein. Zumindest am Anfang: Er war in Nürnberg angeblich beim Einstieg in den ICE gesehen worden.

Der Schnellzug war mit mehr als 45 Minuten Verspätung am Sonntagnachmittag in Nürnberg gestartet. Grund dafür war eine Überfüllung der Abteile. An Bord waren auch rund 300 Randalierer, die 96 zum Auswärtsspiel begleitet hatten. Entgegen sonstiger Gewohnheiten nahmen sie den ICE. Und das kostengünstig: Tickets vom Discounter machen es möglich. Auf der Fahrt sollen sie mehrere Waggons verwüstet haben. Darunter auch den Speisewagen. Das Zugpersonal soll sich aus Angst vor den Tätern ins Dienstabteil eingeschlossen haben. In Hannover stiegen die Rowdys gegen 20.15 Uhr aus. Die Höhe des Sachschadens, den sie angerichtet haben, ist noch nicht absehbar.

Immer wieder haben 96-Chaoten in den vergangenen Jahren Züge demoliert: Zuletzt im Dezember 2015, als sie auf der Rückfahrt von einem 96-Spiel auf Schalke einen Regional-Express mit Fäkalien verunreinigten. Am vorletzten Wochenende hatten sich etwa 120 Randalierer in der Nacht vor der Partie bei Union Berlin im Bezirk Friedrichshain eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert.

Wie erst heute bekannt wurde, ist es bereits am Sonnabend zu Ausschreitungen zwischen Chaoten von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig gekommen. Im Zuge des B-Junioren-Spiels 96 II gegen Eintracht II in der Niedersachsenliga trafen die Krawallmacher beider Lager in der Eilenriede aufeinander. Der Schiedsrichter brach die Begegnung kurz vor dem Schlusspfiff ab.

Um 15 Uhr hatte der Unparteiinsche die Partie auf einem Nebenplatz des Eilenriedestadions (Clausewitzstraße) angepfiffen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich mehrere Angehörige der braunschweiger Risikoszene am Spielfeldrand, die sich allerdings friedlich verhielten. Vorsorglich zog die Polizeidirektion Hannover mehrere Beamte, darunter auch Polizeipferde und -hunde am Stadion zusammen.

Kurz vor Spielende stürmte die Gruppe an einen Zaun, hinter dem sich offensichtlich einige Risikoanhänger aus Hannover aufhielten. Ein direktes Aufeinandertreffen beider Lager verhinderte die Polizei, dennoch zündeten Chaoten auf beiden Seiten Pyro. Aufgrund der Ausschreitungen brach der Schiedsrichter die Partie ab und die Jugendspieler gingen in die Kabine.

Im weiteren Verlauf versuchten die beiden Gruppen erneut, am Stadioneingang zusammenzutreffen, was aber durch das in der Zwischenzeit geschlossene Eingangstor verhindert wurde. Daraufhin flüchteten etwa 40 Hannoveraner in unbekannte Richtung.Die Polizei konnte die braunschweiger Risikoanhänger im Stadion halten und die Personalien von 89 Personen feststellen. Auch sechs Personen aus Hannover wurden in Stadionnähe kontrolliert. Gegen 19.20 Uhr erhielten die auswärtigen Randalierer ein Aufenthaltsverbot für das hannoversche Stadtgebiet.

Inzwischen ermittelt die Polizei wegen Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Nach derzeitigem Stand wurde während des Einsatzes niemand verletzt.

Britta Mahrholz


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