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Meine Stadt Hannover 96: Aufenthaltsverbote für Problemfans?
Hannover Meine Stadt Hannover 96: Aufenthaltsverbote für Problemfans?
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12:32 27.06.2017
Im Visier der Polizei: Die Direktion Hannover prüft, ob sie auch in der nächsten Saison Aufenthaltsverbote für Problemfans von 96 verhängt.   Quelle: Archiv
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Hannover

 Die Polizeidirektion Hannover plant offenbar, auch in der kommenden Erstliga-Saison von Hannover 96 eine Reihe von Problemfans auszusperren. Die Beamten prüfen zurzeit „präventivpolizeiliche Maßnahmen“, bestätigt Sprecher Mirco Nowak auf NP-Anfrage. Heißt im Klartext: Wie bereits in der Zweitliga-Spielzeit 2016/2017 sollen Fußball-Chaoten bei Heimspielen wieder mit Aufenthaltsverboten rund um die HDI-Arena und die Innenstadt belegt werden.

47 Verbote in der Saison 2016/2017

Die Polizei hatte im vergangenen Jahr 47 Personen aus der 96-Fanszene die Rote Karte gezeigt (NP berichtete). Ihnen wurde auferlegt, sich weder sechs Stunden vor noch sechs Stunden nach Heimspielen im Bereich der HDI-Arena und in der Innenstadt blicken zu lassen. Auch das Eilenriede- und das Beekestadion hatten sie zu meiden.

Grundlage für die Verfügung war das Gefahrenabwehrrecht. Einige Betroffene klagten gegen die Maßnahme vor dem Verwaltungsgericht Hannover – und scheiterten. Offensichtlich hielten sich die Ausgesperrten aber an die Vorgabe der Polizei: Laut Nowak seien in der abgelaufenen Saison keine Verstöße innerhalb der Verbotszone festgestellt worden.

Erkenntnisse aus anderen Städten?

Und nun basteln die Ermittler anscheinend an einer Neuauflage der Aufenthaltsverbote. Wer die nächste Saison 96 nicht live in der HDI-Arena sehen wird, entscheidet sich in Kürze. Bis zum Start der Spielzeit 2017/2018 sind es noch rund acht Wochen. Die alte Saison ist zudem aus polizeilicher Sicht nicht ganz aufgearbeitet, erklärt der Sprecher: „Es ist möglich, dass weitere polizeiliche Erkenntnisse aus anderen Spielorten kommen.“

Und auch diese Informationen über das Verhalten von Problemfans bei Auswärtsspielen könnten für neue Aufenthaltsverbote durchaus relevant sein. Für die Verhängung sind nicht unbedingt rechtskräftige Verurteilungen gegen die Betroffenen notwendig. Ausreichend sind auch Erkenntnisse der Polizei über Personen, die im Zusammenhang mit Gewalt rund um Fußball in Erscheinung getreten sind. Davon gab es in der vergangenen Saison einige Ereignisse. Zwei Beispiele: Im November 2016 setzten Beamte rund 170 Personen fest, die sich im Vorfeld des Derbys in Braunschweig angeblich zu einer Massenschlägerei mit Eintracht-Anhängern in Hildesheim treffen wollten. Mehr als 100 hannoversche Chaoten landeten sogar bis nach dem Spiel in Langzeitgewahrsam. Nach Mitteilung der Polizei gehören alle 170 der „Ultra-/
Hooliganszene“ von 96 an.

Wenige Wochen zuvor hatten sich hannoversche Randalierer vor dem Spiel bei Union Berlin eine stundenlange Straßenschlacht mit der Polizei in Friedrichshain geliefert. Wie in Hildesheim hatten die Beamten dort die Personalien der Chaoten festgestellt. Etwa 80 Personen wurden so identifiziert.

Von Britta Mahrholz

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