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Ein Mitarbeiter der Spurensicherung vor dem Haus des Opfers in Hainholz.© Elsner

Kriminalität

Hannover: 91-Jährige in Hainholz ermordet

Eine 91-Jährige ist in Hannover Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die Frau wurde am Mittwochmorgen von ihrem 42-jährigen Enkel tot in ihrer Wohnung im Stadtteil Hainholz entdeckt.

Hannover. Die Frauen stehen fassungslos vor dem Haus am Prußweg (Hainholz). „Ich habe drei Kinder, die mag ich gar nicht mehr allein rauslassen“, sagt die 38-Jährige, die seit 17 Jahren in dieser Straße wohnt. Natürlich habe sie die alte Dame oft gesehen, „die war zwar klein und zierlich, aber   fit. Die wäre bestimmt 100 Jahre alt geworden“. Aber die 91-Jährige ist tot.

Mittwochmorgen fand der 42-jährige Enkelsohn die Seniorin tot in ihre Dreizimmerwohnung in der erste Etage. Der Enkel wollte bei ihr nach dem Rechten sehen und fand sie leblos in ihrer Wohnung. Auch der herbeigerufene Notarzt konnte nicht mehr helfen, sondern nur noch den Tod der alten Dame feststellen. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen an der Witwe aus. Die Spurensicherung war bis mittags in der Wohnung damit beschäftigt, Beweise zu sichern.
In der Straße und bei den Nachbarn war die 91-Jährige nicht direkt bekannt  – „sie hat gegrüßt, aber nicht mit einem gesprochen“, erzählt ein 68-Jähriger aus dem Nachbarhaus, der seit 1958 hier wohnt. „Aber sie war jeden Tag draußen und ging spazieren.“
Die alte Dame, die mit einem „vermutlich russischen Akzent“ sprach, wie ihre Nachbarinnen berichten, grüßte die Erwachsenen  nach deren Berichten eher „immer nur kurz, vielleicht weil sie nicht so gut deutsch sprach“, erzählt eine 26-Jährige. „Aber sie war total kinderlieb.“ Das bestätigt auch ihre siebenjährige Tochter. „Die kam immer an und hat gelächelt“, sagt sie – und kann nicht verstehen, dass die alte Dame jetzt nicht mehr da sein wird. Die tatsächlich ukrainischstämmige 91-Jährige „war nicht größer als 1,50 Meter und so zierlich, sie hatte einen Buckel und ging ganz gebeugt, aber sie wirkte  ansonsten sehr gesund“, so die schockierten Nachbarinnen übereinstimmend.    
Eine Rasenfläche vor dem Haus mit Bäumen, Sträuchern – alles wirkt sehr gepflegt hier. „Aber wir haben hier abends kein Licht, es ist sehr unheimlich“, so die 38-Jährige. „In diesen Büschen kann sich jeder verstecken.“ Bei ihr sei auch schon im Keller eingebrochen worden und „abends schleichen hier Gestalten mit Bierflaschen herum“. Bei ihrer Freundin wurde ebenfalls schon eingebrochen, „die kamen über den Balkon und sind in die Wohnung, es hat Jahre gedauert, bis ich wieder ruhig schlafen konnte“, berichtet die 29-Jährige. „Jetzt kommt alles wieder hoch.“ Auch ihr sind die Männer unheimlich, die sich hier abends womöglich nur auf ein Bier treffen. „Aber das sind immer andere, man kennt sich nicht mehr, kann die Leute nicht mehr irgendwelchen Häusern zuordnen.“ Sie jedenfalls lasse sich nach dem Dunkelwerden abends nur noch von ihrem Mann abholen.

War es der gleiche Täter?

Die Polizei prüft, ob der Tod der 91-Jährigen mit einem anderen Straffall zu tun hat, der sich Ende November vergangenen Jahres in der Nähe abspielte. In der Nacht vom 29. zum 30. November  wurde eine 82-Jährige in ihrer Wohnung in der Hüttenstraße niedergeschlagen. Die Seniorin zog sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zu. Ihr Sohn (61) hatte die alte Dame am 30. in der Mittagszeit besucht und sie schwer verletzt in ihrer Wohnung im Hochparterre des Mehrfamilienhauses entdeckt. Die Ärzte in der Klinik konnten das Leben der Rentnerin retten. Der Unterschied zum  aktuellen Fall: Das Haus in der Hüttenstraße war eingerüstet, im Prußweg dagegen steht zur Zeit  kein Geländer an dem Haus, das möglichen Einbrechern zum Einstieg einladen könnte. 

Petra Rückerl


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