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VORBEI AM SCHILLER-DENKMAL: Die rund 800 Demonstranten liefen gegen 15 Uhr vom Hauptbahnhof bis zum Steintor. Foto: Wilde

PROTESTAKTION

Hannover: 800 demonstrieren für Öcalan und gegen Erdoğan

Etwa 800 Demonstranten - Yesiden, Kurden, Christen, Türken - demonstrierten heute zwischen Hauptbahnhof und Steintor. Sie kamen wegen der aktuellen Anschläge in Ankara zusammen und forderten eine Freilassung des in der Türkei inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan.

Hannover. Immer wieder riefen die Demonstranten: "Mörder Erdoğan", "Terrorist Erdoğan" und "Faschist Erdoğan" - und entluden so ihre Wut in Richtung des umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. "Er ist seit 13 Jahren im Amt und seit dem gibt es nur Mord und Totschlag in der Türkei", sagte Ahmet Elik, Mitveranstalter der Demonstration.

Eigentlich, so Elik, sei die Demo angemeldet worden, weil man die Freilassung des PKK-Gründers Abdullah Öcalan fordern wollte. Die Befürworter Öcalans sehen in ihm ihren politischen Führer: "Wir wollen, dass in der Türkei für alle Menschen dieselben Rechte gelten", sagt Elik - und dafür, so führt er fort, brauche die Türkei Öcalan.

Elik gehört der religiösen Minderheit der Jesiden an, er sagt: "Ich will auf die Straße gehen können und offen sagen, dass ich Jeside bin, ohne Angst haben zu müssen." Das aber geht momentan in der Türkei und im Norden Syriens nicht.

Jetzt zu demonstrieren, meint er, sei für ihn eine "Pflicht"; Elik präzisiert das, indem er den deutschen Dramatiker Bertholt Brecht zitiert - und sagt: "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht." Und Unrecht sei es, dass Abdullah Öcalan "verschleppt und seit 1999 in einem türkischen Gefängnis unter schwersten Isolations-Haftbedingungen" inhaftiert sei. 

Foto: Wilde

In Bezug auf das terroristische Attentat gegen eine Versammlung von Gewerkschaften in Ankara, bei dem am Sonnabend mindestens 86 Menschen starben, machte ein Sprecher der Demonstranten Erdoğan schwere Vorwürfe: "Erdoğan möchte Krieg gegen alle, die nicht in sein menschenverachtendes Weltbild passen", schallte es während die Demonstranten zum Steintor liefen über die Lautsprecher.

Zumindest indirekt machten sie Erdoğan für das Attentat verantwortlich, ein Demonstrant sagte: "Erdoğan provoziert durch sein Handeln solche schrecklichen Taten. Mit ihm ist eine demokratische Türkei undenkbar." Ahmet Elik sagte allerdings: "Wir sind gegen jede Gewalt. Wir sind nicht hier um gegen Erdoğan zu demonstreiren, sondern wir demonstrieren für eine bessere Zukunft in der Türkei und anderswo."

von Tobias Welz


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