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Meine Stadt Hannover: 100 neue Wohnungen am Köbelinger Markt
Hannover Meine Stadt Hannover: 100 neue Wohnungen am Köbelinger Markt
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00:16 02.02.2018
SOLL ATTRAKTIVER WERDEN: Das alte Bürgeramt und ein Parkplatz prägen heute noch den Köbelinger Markt.  Quelle: Foto: Decker
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Hannover

Die Bebauung des Köbelinger Markts (Mitte) ist einen Schritt näher gerückt. Der Bezirksrat Mitte hat dem Bebauungsplan mit einigen Änderungen am Montagabend zugestimmt – wenn auch mit knapper Mehrheit von acht zu sieben Stimmen.

Die heftigste Diskussion entzündete sich dabei an der Frage des Baus einer Tiefgarage beziehungsweise der Anzahl der zu planenden Pkw-Stellplätze. Die Grünen forderten in einem Änderungsantrag, den entsprechenden Schlüssel auf 0 zu stellen, also überhaupt keine Stellplätze zu bauen. Die Verwaltung war bei ihrer Vorlage schon deutlich hinter der Vorgabe der Niedersächsischen Bauordnung zurückgeblieben, die ein bis eineinhalb Parkplätze pro Wohnung empfiehlt. „Wir halten 0,5 für einen angemessenen Schlüssel“, so Stadtplanerin Ulrike Roth. Eine bessere integrierte Lage mit Anbindung an den Nahverkehr als am Köbelinger Markt könne man nicht haben.

An Stelle des alten Behördengebäudes, in dem bis vor einem halben Jahr noch das Bürgeramt Mitte untergebracht war, soll nach dem Abriss 2019 ein attraktives Innenstadtquartier mit vier kleineren und einem höheren Gebäude am Theodor-Lessing-Platz entstehen. Bis zu 100 Wohnungen sind geplant, im Erdgeschoss jeweils Büros, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe.

Das Vorhaben ist Teil des Innenstadtkonzepts Hannover City 2020+. Das gesamte Areal soll auch im öffentlichen Teil umgestaltet werden. Die Leinstraße soll verkehrsberuhigt werden, eine Fußgängerzone soll sie mit der Marktstraße verbinden. Noch ist unklar, wie die Verkehrslenkung dort konkret umgesetzt werden soll, insbesondere die Erreichbarkeit der Tankstelle auch für Tankwagen sei noch nicht endgültig geregelt, erklärte Roth. Wie viele Parkplätze auf dem jetzt meist voll belegten Köbelinger Markt wegfallen werden, konnte sie auch noch nicht sagen, verwies aber auf die in der Nähe befindlichen Parkhäuser.

Die könnten natürlich für die künftigen Bewohner, insbesondere wenn sie etwa aus Altersgründen in ihrer Mobilität eingeschränkt seien, und deren Besucher keine wirkliche Alternative sein, meinte Joachim Albrecht von der CDU. Seine Fraktion forderte, mindestens einen Stellplatz pro Wohnung zu bauen.

Was ihr den Vorwurf der Grünen einbrachte, in der Vergangenheit zu leben. „Wir aber wollen schauen, wie die Stadt in Zukunft aussieht“, so Christoph Baathe. Ohne Stellplätze werde man vielleicht den Autoverkehr in der City verringern können. Axel Hogh von den Linken wollte den Grünen nicht nach „Wolkenkuckucksheim“ folgen: „Ich halte 0,5 genau für den richtigen Mittelwert.“ Trotz SPD-Unterstützung wurde der Änderungsantrag der Grünen abgelehnt.

Knapp angenommen wurde der Antrag der SPD, bei dem Bauprojekt unter anderem eine Kita und einen Spielplatz für Kleinkinder einzuplanen sowie sicherzustellen, dass 25 Prozent der Wohnungen zu günstigen Mieten angeboten werden.

Von Andreas Krasselt

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